Hey, Sonntag = ‚Blogzeit‘ 🤗 !

„Ich hab dir gesagt du sollst gefälligst Respekt vor älteren Menschen haben“ schreit eine Frau einen Jungen an. Der Junge vielleicht 11-12 Jahre alt, sieht aus als wenn er gleich anfängt zu weinen, schaut nach unten sagt, dass es ihm leidtut. Die Frau gibt sich damit nicht zufrieden „Warte bis wir zu Hause sind“, sagt sie mit einem drohenden Unterton. 

Ich weiß nicht was genau der Junge getan hat, aber ich bin ziemlich überzeugt davon, dass die Frau, vielleicht sogar die Mutter dieses Jungen eine vollkommen falsche Auffassung davon hat, was Respekt ist. 

Denn Respekt ist nicht = Angst

 

 

Respekt kommt vom Lateinischen „respectus“ = „zurückschauen, Rücksicht, Berücksichtigung“ und auch „respecto“ = „zurücksehen, berücksichtigen“. 

Respekt darf ich nicht automatisch einfordern, er entsteht einfach während Menschen miteinander zu tun haben. 

Respektieren bedeutet, ich akzeptiere, dass mein Gegenüber anders ist, anders denkt als ich. 

Das heißt, dass er anders denkt, anders fühlt und anders handelt als ich. Respekt wünscht sich jeder. Aber was genau ist mit diesem Wort gemeint?

 

Wie „funktioniert“ Respekt? 

Respekt entfaltet seine Wirkung nicht nur im privaten Raum. Grundlagen einer funktionierenden Gesellschaft sind Gleichheit und Gerechtigkeit. Diese Ziele umzusetzen, ist nur durch respektvolles Verhalten aller Akteure untereinander möglich. Dieser Forderung liegt der Gedanke zugrunde, dass der Mensch für ein menschenwürdiges Leben, wie es ihm laut Grundgesetz zusteht, gesellschaftliche Anerkennung oder – weiter gefasst – psychische Unversehrtheit, die unter anderem auch auf Respekt fußt, ebenso benötigt wie körperliche Gesundheit. Denn Bestätigung ist – ganz besonders auch in der identitätsbildenden Jugend – wichtig, um ein positives Selbstbild zu entwickeln und sich so überhaupt selbst respektieren zu können. 

Respekt wird als menschliches Grundbedürfnis gesehen und zählt daher zu den schützenswerten Gütern. Entsprechend ringen die Menschen einerseits um Respekt für sich, andererseits existieren respektsichernde und -erhaltende Strukturen.  

Respekt beruht dabei auf gesellschaftlicher Interaktion. Er bestimmt die Art des gesellschaftlichen Miteinanders, zum Beispiel in der Familie, im Freundeskreis, im Verein, im beruflichen Umfeld und in der Schule. 

Wenn wir uns um Freundlichkeit und Höflichkeit bemühen, zeigen wir, dass wir unsere Gesprächspartner achten und respektieren. Freundlich und höflich mit einander umzugehen – das ist nicht immer ganz leicht. Es kann zum Beispiel dann schwierig sein, wenn wir uns gerade über jemanden geärgert haben oder einfach schlecht gelaunt sind. Natürlich ist es auch keine Lösung sich zu verstellen und super freundlich zu tun, obwohl uns gar nicht danach zumute ist, denn authentisch zu sein ist mindestens genauso wichtig. Trotzdem sollten wir immer versuchen, respektvoll mit anderen Menschen zu reden und sie nicht mit Worten zu verletzen.  

Nicht nur Menschen können respektiert werden, sondern alles Leben auf unserer Erde. Bei Respekt gegenüber Tieren und Pflanzen ist das dann noch ein wenig anders. 

Den Tieren in der Natur sollte man zurückhaltend begegnen. Man kann genau beobachten, wie sie sich in ihrem Lebensraum bewegen, ernähren und verhalten. Dabei sollte man sie nicht stören. Daraus kann man ganz viel lernen. Ihr Leben ist besonders schwer, da sie zu jeder Jahreszeit ihr Leben und Überleben organisieren müssen. Das erzeugt beim Betrachter Respekt. 

Auch Pflanzen zerstört man nicht mutwillig. Zum Beispiel giftige Pilze haben ihren wichtigen Platz in der Natur und man muss sie nicht kaputttreten. Seltene Blumen können wir in der Natur genießen und müssen sie nicht zwangsläufig pflücken um uns dann nur ein paar Stunden an ihnen zu erfreuen. So können auch die Insekten sie als Nahrung nutzen und für die Verbreitung der Pollen sorgen. Wer so achtsam mit der Natur umgeht, verdient sich damit den Respekt anderer. 

Respekt hat also viel mit Wertschätzung zu tun. Davon am Mittwoch mehr…

 

Bis zum nächsten Beitrag:

Jackie und Mary😊