Hey, es ist- richtig Wochenteiler, das heißt es gibt einen neuen Blogbeitrag heute: 

Aus alt mach neuEin absoluter Trendgedanke. 

Eigentlich nichts Neues, weil die sog. Nachkriegsgeneration die zumeist nicht mehr selbst erfahren hat, was wirkliche materielle Not ist, aber der durch die Eltern ein anderes Verständnis von Besitz mitgegeben wurde, als man es so gemeinhin bei Menschen aus jüngeren Generationen antrifft. Die Nachkriegsgeneration ist aufgewachsen in einem Bewusstsein, dass man Dinge erst wegschmeißen sollte, wenn sie auch wirklich kaputt sind. Obwohl: Nicht mal dann. Man kann schließlich alles reparieren. Oder reparieren lassen und „brauchen“ kann man sowieso alles irgendwann nochmal, so zumindest die Theorie 😉 

Da muss man auch nochmal zwischen den sog. alten und neuen Bundesländern differenzieren. 

Aus einem Mantel, den ein Erwachsener nicht mehr tragen konnte, wurde ein Kindermantel, oder aus einer Hose ein Rock… 

Aber Vintage und Retro liegen ja auch voll im Trend. Das ist aber nicht nur eine Trendsache, sondern hat eben auch mit Nachhaltigkeit zu tun. Zu der wir in unserer Umdenkenreihe immer wieder animieren wollen: 

Über Low-Waste haben wir am 17.11.2020 gebloggt, „Wiederholungstäter“ erinnern sich und die anderen dürfen es gerne HIER nochmal nachlesen. Der beste Müll ist ökologisch gesehen natürlich der, der gar nicht erst anfällt und den wir komplett vermeiden können. Dazu tragen Re- und Upcycling viel bei, diese beiden Themen haben bekanntermaßen ja ebenfalls mit Abfall und seiner Vermeidung zu tun.

HIER  ist ein Video vom ganzen Müllberg aufgenommen von Tom Fisk von Pexels

Sieht schlimm aus“- denkt ihr?! Wusstest ihr, dass Abfall durchaus auch positive Seiten hat? Daher spricht die Abfallwirtschaft aus gutem Grund schon lange nicht mehr von Müll, sondern von Wertstoffen. Also Materialien, die nach Gebrauch eingesammelt und wiederverwertet werden, um daraus Neues herzustellen. Dies schont Ressourcen, mindert den Landverbrauch und hilft klimaschädliche Emissionen zu reduzieren. 👍

Die Wiederverwertung 

Der Begriff Wiederverwertung wird sinngleich mit dem Begriff Recycling verwendet. Demnach ist das also die Rückführung von Stoffen bzw. Energie in den Stoff- oder Energiekreislauf. Vereinfacht lassen sich zwei Wiederverwertungstechniken unterscheiden: die stoffliche/werkstoffliche oder rohstoffliche – manchmal auch als chemische bezeichnet oder die energetische Wiederverwertung. 

Deutschlands Abfall  

In Deutschland fallen jedes Jahr über 40 Millionen Tonnen Hausmüll an – ein Großteil davon Verpackungen. Ob aus Pappe, Kunststoff oder Glas – die Vermeidung von Verpackungsmüll steht an erster Stelle. Erst dann kommt das Trennen.  

Mehr dazu auf planet-wissen.de/müllentsorgung

Recycling fängt zu Hause an! 

Mülltrennung im Haushalt ist deswegen so wichtig, weil sich Wertstoffe wie Glas, Papier, Kunststoffverpackungen, Metall und Elektrogeräte dann am besten recyceln lassen, wenn sie möglichst wenig verunreinigt, d.h. sortenrein, erfasst wurden. Wenn ihr mal unsicher seid, wie Mülltrennung richtig funktioniert, was in welche Tonne oder in welchen Wertstoffcontainer gehört, erkundigt Euch am besten bei der kommunalen Abfallentsorgung eurer Gemeinde. Die sind sehr daran interessiert aufzuklären! Je weniger im Restmüll landet – und damit meistens in einer Müllverbrennungsanlage und später auf der Deponie – umso besser!  

Sortieranlagen können nicht so gut und sauber trennen wie Menschen im Haushalt. Mit einzelnen Fehlwürfen und Störstoffen können die Anlagen umgehen, aber je besser zuhause getrennt wird, umso leichter können die unterschiedlichen Verpackungen in den Anlagen nach Kunststoffarten und Metallen sortiert und danach auch recycelt werden. 

Hier ein kleiner Exkurs zum Thema Wertstoffe, wobei wir unseren Fokus auf das Re- und Upcycling legen wollen 

🍎🍉🍊🍍🍌🍋 Biomüll wird zu Kompost 🍆🍅🥒🥕🥦

Obst- und Gemüsereste, Kartoffel- und Eierschalen, verwelkte Blumen sowie Kaffeesatz gehören unbedingt in die Biotonne. Denn aus diesem Biomüll können Abfallbetriebe wertvollen Kompost oder auch Biogas produzieren. Mit speziellen kompostierbaren Beuteln und einem Bioabfalleimer geht das geruchsfrei und hygienisch. Wer will, kann sogar seine Küchenreste selber kompostieren. 

Seit Anfang 2015 müssen Städte und Gemeinden Bürger*innen die Möglichkeit bieten, Küchen- und Grünabfälle getrennt vom Restmüll zu sammeln. Recherchen des NABU haben aber ergeben, dass sich knapp jede siebte Kommune schwer damit tut, Biotonnen flächendeckend aufzustellen oder überhaupt Trennmöglichkeiten (wie saisonale Laubtonnen oder die Entsorgung über den Wertstoffhof) anzubieten. So wird heute mit fünf Millionen Tonnen weit weniger Bio- und Grünabfall über die Biotonne in Deutschland getrennt erfasst und verwertet als möglich. Denn Studien zeigen, dass etwa vierzig Prozent unseres Restmülls aus Küchen- und Gartenabfällen, kleinem organischen Müll sowie (verpackten) Lebensmitteln bestehen. Eine riesige Ressourcenverschwendung. 

Das Potenzial für das Recycling von Kunststoffen und Baumaterial wird auch in Deutschland leider bei Weitem noch nicht ausgeschöpft. Dass aber überhaupt große Mengen recycelt werden können, liegt an der Mülltrennung durch die privaten Haushalte. Jeder kann hier einen wichtigen Beitrag zu einer effizienteren Nutzung unserer Ressourcen leisten. 

Hochwertiges Recycling bedeutet, dass möglichst viel Müll recycelt wird und dass das dabei gewonnene Recyclingmaterial eine hohe Qualität hat. Es ist beispielsweise komplizierter, Recyclingplastik für transparente Flaschen herzustellen als für farbige Putzeimer. 

Um aus dem Hausmüll hochwertiges Recyclingmaterial (so genannte „Recyclate“) herstellen zu können, muss der Müll möglichst wenig verschmutzt sein. Deshalb beginnt effizientes Recycling schon im Haushalt: Kunststoff und Aluminium werden beispielsweise im Restmüll bei einer Verpressung im Müllwagen zu stark durch Essensreste, Staubsaugerbeutel, Windeln etc. verschmutzt. Papier muss für das Recycling trocken und sauber bleiben, was im Restmüll nicht möglich ist. Glas würde ungetrennt das andere Material zerstören und so die Wiederverwertung erschweren.

Mehr zu dem Thema findet ihr hier:

🌍 www.nabu.de/umwelt-und-ressourcen/oekologisch-leben/duengung  🌍 strawpoll.de/komposteimer  

gelbe Tonne- Wertstoffe: 

Wer kennt ihn nicht?  Die beiden ineinander verschlungenen Pfeile zeigen an, dass die Verpackung recycelt werden soll. Früher war klar, alles wo ein grüner Punkt drauf ist, darf in die Gelbe Tonne oder den Gelben Sack. So ist das heute aber nicht mehr! 

Nur das Material entscheidet, welche Tonne richtig ist 

Das kommt auf jeden Fall rein: 

  • Kunststoff 
  • Alu 
  • Weißblech 
  • Materialverbunde wie Getränkekartons oder beschichtete Tiefkühlverpackungen 

Papiertonne:

Papier und Pappe, ist doch klar! Aber es gibt Ausnahmen:

Wir haben unserem örtlichen Abfallentsorger versprochen im Blogbeitrag zu erwähnen, dass Pizzakartons nicht 🍕🚫 ins Altpapier und nicht in die blaue Tonne gehören, eben so wenig wie Kassenzettel (Thermopapier) oder Brötchentüten. Diese Dinge gehören in den Restmüll. 

Der größte Vorteil beim Recycling ist also, dass sich die Abfallmenge vermindert, was gleichzeitig dazu führt, dass knapper werdende Rohstoffe geschont werden. Je nach technischen Recyclingverfahren entstehen beim Recyclingprozess aber auch Nachteile. Dies ist beispielsweise der Fall bei Kunststoff, da beim Recycling das Material nicht mehr in die ursprüngliche Qualität gebracht werden kann. Diesen Prozess der Abwertung nennt man auch Downcycling.  

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Für Interessierte hier ein Artikel indem erklärt wird wie ein Flugzeug recycelt wird 🤓

Upcycling 

Recycling sagt jedem etwas. Beim Begriff Upcycling sind wir uns nicht ganz sicher, deshalb hier eine kurze Definition:  

Der Begriff Upcycling leitet sich aus den englischen Wörtern „up“ („nach oben“) und „recycling“ („Wiederverwertung“) ab. Upcycling ist ein Prozess, mit dem hochwertigere Produkte als bei der Primärherstellung entstehen. 

Scheinbare Abfallprodukte, oder unnütze Gegenstände, sollen auf diese Weise in einen neuen Gebrauchsgegenstand verwandelt werden. Es kommt also zu einer Aufwertung des Gegenstandes, weshalb auch der Begriff „up“ verwendet wird. 

Also prinzipiell so ähnlich wie mit den eingangs beschriebenen abgetragenen Kleidungsstücken? Genau! 

 

VORHER & NACHHER

Ein sehr bekanntes Beispiel sind sicherlich auch Euro-Paletten 

Habt ihr schonmal Tische, Betten, Sofas, oder Blumenkästen aus alten Paletten gesehen? 

Die sind seit einigen Jahren total beliebt und das beste ist jeder kann die im Prinzip selbst herstellen, denn es gibt nicht nur X verschiedene Möglichkeiten, sondern auch -zig Do-It-Yourself- Seiten, die einem Schritt für Schritt zeigen wie es funktioniert. 

Gerade für kreative Menschen ist Upcycling eine fantastische Möglichkeit, um sich auszutoben und neue Gebrauchsgüter zu schaffen. Gerade das Upcycling von Müll, der schwer recyclebar ist, macht hier Sinn. Das Thema ist so groß geworden, dass einige Menschen damit ihr Geld verdienen.  

An dieser Stelle möchten wir Euch gerne das tolle Projekt 4Ocean vorstellen, das von zwei Surfern ins Leben gerufen wurde. Am Anfang fischenten Sie Plastikmüll aus dem Wasser und stellten daraus Armbändern und andere Accessoires her, die sie anschließend verkauften. Auf diese Weise finanzieren sie ihre Arbeit und können das erwirtschaftete Geld in die Reinigung des Meeres reinvestieren. 

Diese gibt es in verschiedenen Farben und Materialien, unterschiedliche Farben stehen dabei für die verschiedenen Tiere an die erinnert werden soll. Mit dem Verkauf ihres Produkts, finanziert das Unternehmen weltweit die Müllbeseitigung in den Ozeanen. 

Dahinter stecken Andrew Cooper und Alex Schulze aus Florida. Sie hätten auf einem Trip nach Bali realisiert, wie viel Müll und Plastik sich an den Stränden und im Meer befindet. Die Idee der Müllsammelaktionen war geboren, die seit Januar 2017 mit dem Armband-Verkauf finanziert werden. 

Heute beschäftigt das Start-up mit Hauptsitz in Boca Raton, Florida, über 150 Angestellte. Darunter befinden sich Kapitäne und Angestellte, die täglich in See stechen. 4Ocean wirbt auf Social Media sehr aktiv für die Armbänder. So gibt es regelmäßig limitierte Editionen in einer speziellen Farbe. Auch wiederverwendbare Trinkflaschen verkauft 4Ocean mittlerweile. 

Der Startup leistet nicht nur einen Beitrag für die Umwelt, es recycelt den aus dem Meer gefischten Abfall. 

Alles was recyclebar ist, wird aufbereitet und wenn möglich für die Produktion der Armbänder verwertet. Der Rest wird sachgerecht entsorgt. Die Schnur der Armbänder wird aus Plastikmüll hergestellt und die kleinen Glasperlen aus weggeworfenen Glasflaschen. Hier👈 der Link! 

Die beiden Unternehmer versprechen für jedes verkaufte Armband ein Pfund Abfall aus dem Meer zu fischen.  

Natürlich darf man nicht vergessen, dass es sich hier um ein profitorientiertes Unternehmen handelt, aber die tun was! 

Wer sich gerne selbst im Upcycling versuchen, oder und weiter darüber informieren möchte, hier ein paar weiterführende Links: 

slow.supply/blogs/magazin/upcycling-und-recycling          dieurbanisten.de/aktionsfelder/manufaktur/  

www.diy-academy.eu/einrichten-gestalten/aus-alt-mach-neu-entdecke-neue-upcycling-ideen/  

www.ecomonkey.de/magazin/was-ist-upcycling-definition-beispiele      ♻      www.planet-upcycling.de/  

 

Damit sind wir wieder am Ende unseres heutigen Blogeintrages. Wie immer hoffen wir das es euch gefallen hat! Lasst uns gerne einen Kommentar da oder schreibt uns eine Mail an team@staerken.net !

Wir wünschen Euch einen schönen Tag

Jackie, Mary, Katharina und Dominique 😊