Hallo da draußen – schön, dass ihr wieder dabei seid! Es ist Sonntag und ihr wisst was das bedeutet: Es ist Blogzeit! 

Wir haben uns mal damit beschäftigt, wie das so ist, mit der Kommunikation. Was passiert, wenn wir nicht sprechen und was passiert, wenn wir denken, dass wir zu viel sprechen. Und was hat Kommunikation mit Vertrauen zu tun? 

Kommunikation = Respekt?

Heute soll es darum gehen, was Kommunikation mit Respekt zu tun hat – also wir bloggen über Kommunikation auf Augenhöhe. Den Ausdruck hat man schon mal gehört und jede*r hat ihn sicher auch schon einmal verwendet, ohne wirklich drüber nachzudenken, was das genau heißt.  

Auf Augenhöhe heißt: Ich nehme meinen Gesprächspartner*meine Gesprächspartnerin ernst. Hat also auch was mit Wertschätzung zu tun. Hier geht es aber um mehr: Ich erkenne mein Gegenüber als ebenbürtig an. Das heißt, ich nehme an, dass er oder sie mir mit seinen*ihren Fähigkeiten gewachsen ist – also ich erkenne ihn*sie als gleichwertig an. Keiner ist in dieser Situation dem anderen über- oder unterlegen. 

Wenn man diese Annahmen in Bezug auf ein Ungleichgewicht zwischen Gesprächspartnern auf den Alltag überträgt, assoziiert man diese Situation vielleicht auf ein Gespräch zwischen einer Führungskraft und einem Mitarbeiter*einer Mitarbeiterin. Das heißt eine Gesprächssituation in der ein offensichtliches Machtgefälle vorherrschend ist.  

Allerdings kann das genauso gut in einem normalen Gespräch zwischen Dir und mir entstehen. Wenn einer von uns beiden denkt, er*sie ist dem anderen in einer bestimmten Sache überlegen. Wenn jemand ein Experte*eine Expertin in einer Sache ist, ist das etwas Großartiges! Die Sache ist die: Wenn ich dieses Wissen bewusst oder unbewusst so einsetze, dass sich mein Gegenüber unwohl fühlt, erzeuge ich ein Ungleichgewicht. Daher ist es absolut wichtig, dass ich mir darüber im Klaren werde, WIE ich kommuniziere.  

Statt zum Beispiel mein Wissen (im übertragenen Sinne) als Waffe einzusetzen, kann ich es auch nutzen, um aufzuklären, falls mein Gesprächspartner*meine Gesprächspartnerin darüber noch nichts weiß. Oder im allerbesten Fall ist dieses Wissen die Grundlage dafür, dass wir uns miteinander konstruktiv und kritisch auseinandersetzen können, so dass wir auch dadurch etwas dazu lernen können. 

Insbesondere wenn wir uns in einem Abhängigkeitsverhältnis befinden, ist die Kommunikation die Basis für eine funktionierende Beziehung. Dabei fallen einem besonders Arbeitsverhältnisse ein, vor allem wenn wir uns noch in der Ausbildung befinden.  

Abhängigkeitsverhältnisse können aber auch zwischen Kindern und Erwachsenen entstehen, oder auch in Freundschaften und in Beziehungen. Besonders Kinder wollen von Erwachsenen respektiert und anerkannt werden. Und dabei ist es völlig egal, wie alt die Kinder sind. Auch mit 40 Jahren wollen wir von unseren Eltern gesehen und respektiert fühlen.  

Aber auch in Freundschaften und Beziehungen sind Schieflagen in der Kommunikation sehr schwierig und eine Herausforderung. Schwierig wird es vor allem dann, wenn sich ein entweder mangelndes oder übersteigertes Selbstwertgefühl eines Gesprächspartners diese Schieflage zwischen den Gesprächspartnern noch verstärkt. Fügt man dazu noch das eigene Wertverständnis und gute und schlechte Erfahrungen des Lebens dazu, erhält man eine herausfordernde Gesprächssituation für beide Gesprächspartner, die wenig mit Kommunikation auf Augenhöhe zu tun hat. 

Was wir damit sagen wollen: Kommunikation ist nie einseitig und nie an nur einem Merkmal festzumachen. Ihr habt bestimmt schon einmal von den „vier Seiten einer Nachricht“ gehört, nach F. Schulz von Thun. Nach diesem Modell geht man davon aus, dass eine Nachricht auf vier Ebenen aufgenommen werden kann: Auf der Sachebene, auf der Beziehungsebene, auf der Appellebene und auf der sogenannten Selbstkundgabe.  

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Ihr kennt das bestimmt: Heute wird hauptsächlich über Textnachrichten kommuniziert. Ob E-Mail, WhatsApp, Instagram oder auch über die Messenger von Teams und anderen Plattformen, die für das Homeoffice genutzt werden.  

Stellt euch mal vor, ihr schreibt eurer besten Freundin wie euer Tag war und beschwert euch über irgendetwas. Also ihr befindet euch auf der Beziehungsebene und wollt euch mitteilen. Eure beste Freundin aber hatte einen mindestens genauso schlechten Tag und hatte vielleicht noch Stress mit ihrem Chef – Sie fasst eure Beschwerde also als Appell auf und versteht dahinter eine Aufforderung, dass sie das Problem für euch lösen soll. Was gar nicht eure Absicht war. Die Antwort darauf lautet dann also „Ja und – was kann ich denn dafür?!“ Und ihr sitzt zuhause und denkt: „Warum reagiert sie denn jetzt so?!“ Der Teufelskreis aus Missverständnissen und ungewollt verletzten Gefühlen nimmt also seinen Lauf.  

Über Textnachrichten zu kommunizieren, beinhaltet also eine Reihe von Herausforderungen, derer wir uns häufig gar nicht so bewusst sind. Besonders in der aktuellen Pandemielage sind wir mehr denn je auf den Austausch mit unseren Liebsten angewiesen und sind gleichzeitig alle so überfordert, wie nie. Da ist der Blick auf unser Kommunikationsverhalten sehr wertvoll, da diese Reflektion viele der Missverständnisse auflösen kann. Na klar, manchmal nervt uns unsere Chefin*unser Chef. Aber an guten Tagen, an Tagen, an denen wir bereit sind, uns mit unserem Verhalten auseinander zu setzen, wissen wir dann vielleicht auch: „Hey, das war gerade doof. Aber mein Chef*meine Chefin ist auch nur ein Mensch und macht seinen*ihren Job. Vielleicht kam ja auch Druck von oben.“ 

In diesem Zusammenhang sollte auch die sogenannte nonverbale Kommunikation genannt werden. Also das was wir ohne Sprache ausdrücken. Wieder so ein weiterer Aspekt, der zur Kommunikation gehört und sie ausmacht. Vom Wortsinn her leitet sich die nonverbale Kommunikation von lateinisch non = nicht, verbum = Wort und communicare = sich verständigen ab. Das bedeutet also so viel wie die nichtwörtliche Verständigung.  

Schätzungen zufolge sind 65 bis 90 Prozent unserer Kommunikation nonverbaler Art (Nonverbale Kommunikation: Was wir ohne Sprache ausdrücken (karrierebibel.de)).  

Durch die aktuelle Maskenpflicht gehen viele nonverbale Signale verloren. Durch Gesichtsausdrücke antizipieren, [Anmerkung d. Redaktion, das heißt so viel wie: vorwegnehmen] wir schon viele Inhalte, ohne das Gesagte zu verarbeiten.

Paul Watzlawick, ein österreichischer Philosoph, Psychotherapeut, aber eben auch Kommunikationswissenschaftler, hat mal gesagt „Man kann nicht nicht kommunizieren“.  

Durch Blicke, Mimik, Gestik und unsere Körperhaltung sagen wir viel mehr aus als uns bewusst ist. Denn dazu kommt nicht nur, was wir bewusst oder unbewusst ausdrücken, sondern auch wie es von unserem Gegenüber wahrgenommen wird.  

Welche Tipps habt ihr für eine Kommunikation auf Augenhöhe? Welches Verhalten habt ihr schon einmal bei Euch selbst festgestellt? Wir freuen uns auf eure Rückmeldungen! 

Damit sind wir wieder am Ende unseres heutigen Blogeintrages. Wie immer hoffen wir, dass es euch gefallen hat! Lasst uns gerne einen Kommentar da oder schreibt uns eine Mail an team@staerken.net ! Oder schaut vorbei auf:

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Wir wünschen Euch einen schönen Tag

Katharina, Dominique, Jackie und Mary 😊