Und wieder Blogtag😉 

Möglicherweise habt ihr unsere „Schulstunde Together Now“ mit Tobias Beck gesehen oder davon gelesen, es war ein Erfolg und ein Satz aus dieser Schulstunde hat mich zum heutigen Blogbeitrag inspiriert, dem wir den Titel „Vorbild zu sein- gar nicht so einfach“ gegeben haben. 

„Sei eine erstklassige Ausgabe deiner selbst, nicht die zweitklassige von jemand anderem“, sagt man.

Dieser Ausspruch stammt von Judy Garland einer US-amerikanische Filmschauspielerin und Sängerin und doch hat

„Im Moment alles Renaissance, was Orientierung gibt. Weil wir in einer Zeit leben, in der sich die Welt in einer Schnelligkeit dreht, dass den Menschen schwindelig wird. Weil Selbstverständlichkeiten aufbrechen und es schwierig wird, den rasanten Entwicklungen zu folgen.“,

sagt Psychologin, psychologische Psychotherapeutin, Karriereberaterin, Coach, Supervisorin und Lehrbeauftragte Brigitte Scheidt.  

Wir brauchen also Vorbilder

Ein Vorbild ist jemand, der eine Fähigkeit oder Haltung hat, der man nacheifert, dem man nach dem Prinzip „Lernen am Modell“ folgen kann. Ein positives Beispiel beim Denken und Verhalten, das mir eine Orientierung gibt.  

Während Kinder sich in der Regel ganz selbstverständlich an den Eltern orientieren, reflektieren wir im Verlauf unserer Entwicklung stärker, was uns tatsächlich erstrebenswert erscheint. „Vorbilder motivieren zu Handlungen“, sagt Psychologin Scheidt. 

Wir bewundern andere Menschen für das, was sie können, für das, was sie tun oder auch für ihre Eigenschaften, Fertigkeiten und Fähigkeiten. 

Habt ihr ein Vorbild/mehrere Vorbilder?

Bevor ich diesen Blogbeitrag angefangen habe zu schreiben und mich so intensiv mit dem Thema beschäftigt habe, habe ich mir darüber keine wirklichen Gedanken gemacht. Habe ich Vorbilder? 

Es gibt Menschen, die ich bewundere und deren Verhalten, Eigenschaften ich meist eher unbewusst als erstrebenswert angesehen habe und heute noch ansehe und deshalb auch für mich als Haltung übernommen habe. Ich bewundere das Engagement meiner Mutter für Benachteiligte und ich bewundere es nicht nur, sondern ich habe es für mich als Basiswert übernommen, das ist ein Grund warum ich bei Staerken.net bin, um anderen Menschen zu helfen. Ich habe in Karl-Otto einen wunderbaren Impuls- und Ideengeber gefunden und orientiere mich an dem was er geschafft hat. „Wenn er das konnte, kannst du das doch auch“. Ich backe und koche so wie meine Großmütter mir das beigebracht haben, wie ich es abgeguckt habe. 

„Nichts macht auf den Geist des Menschen einen sanfteren und tieferen Eindruck als das Beispiel.“ sagte der Arzt und Philosoph John Locke. 

Der Mensch erfährt seine mehr oder weniger starke Prägung: „…durch das Nachahmen von Handlungs- und Verhaltensmustern, welche bestimmten Idealen entsprechen… dazu mehr Infos hier 

Darin eingeschlossen sind individuelle Werte, Überzeugungen sowie Fragen des Glaubens. Vorbilder können Kindern in vielerlei Hinsicht den Weg weisen u.a. durch: das Er- und Aufmuntern, das Aufzeigen neuer Wege, das Anleiten, das Anregen, die Geduld, das Erklären, das Motivieren, das Trösten und das Kritisieren. Dazu gehört ebenso das Aufstellen von sinnvollen Regeln, wie auch deren konsequente Durchsetzung.  

Im Kinderalter gehts schon los

Für Kinder zwischen drei und sechs Jahren waren laut einer Umfrage im Jahr 2020 Figuren aus TV-Sendungen, Serien und Comics die wichtigsten Vorbilder. Auch wenn sich die Art der Vorbilder bis zum Alter von 17 Jahren immer stärker durchmischt, bleiben die Figuren auch bei den Älteren die wichtigste Orientierung. Die Anzahl der Kinder, die ein Vorbild haben, nimmt jedoch mit steigendem Alter ab. 

Menschen bewundern, der Sinus Mileustudie 2020 zufolge, unterschiedliche Dinge an ihren Role-Models= Vorbildern. Kommen die Vorbilder aus dem Bereich Politik und Gesellschaft, dann werden Intelligenz, mentale Stärke, Motivation und Fleiß bewundert. Bei Vorbildern aus dem Bereich Sport sind es physische Stärke und Talent, bei Vorbildern aus dem Entertainment-Bereich spielen hingegen Authentizität und Erfolg eine entscheidende Rolle. Kommen die Vorbilder aus der eigenen Familie, dann bewundern wir vor allem Unabhängigkeit und Souveränität, so die Studie.

Konkrete Umsetzung im Alltag 

Wenn ich vor einer, im ersten Moment für mich unlösbaren Aufgabe stehe oder das Gefühl habe nicht weiterzukommen, dann überlege ich mir was würde XY tun und wenn ich damit nicht weiterkomme frage ich um Rat. Auf dem zuerst beschriebenen Prinzip des Blickwinkelwechsels basiert die Methode des russischen Psychotherapeuten Vladimir Raikov. Er entdeckte die Methode des „geborgten Genies“: Dazu versetzte er seine Klienten in Tiefenhypnose und suggerierte ihnen, ein herausragender Kopf der Geschichte zu sein z.B. Albert Einstein. Und tatsächlich: In diesem Zustand entwickelten seine Patienten annäherungsweise geniale Fertigkeiten – wie ihre Vorbilder. Es soll jetzt kein Aufruf sein sich in Hypnose versetzen zu lassen denn ich bin der festen Überzeugung dieses Denken kann aber auch jenseits hypnotischer Sphären hilfreich sein, sich gedanklich jemanden an die Seite zu stellen, der den Blick öffnet. Denn je mehr Ideen wir davon haben, welches Verhalten in einer Situation möglich ist, desto größer ist unsere Freiheit zu handeln. 

Vorbild vs. Idol 

Es gibt zahlreiche Menschen, die für einen Gegenstand oder eine Person in besonderem Maße schwärmen, diesen oder diese geradezu auf einen Sockel setzen. Sie haben dann ein Idol. Diese, teils stark überhöhte Bedeutung, erleben in besonderem Maße Jugendliche. Idole können Stars der Musik,- Kunst und/oder Filmszene sein. Auch Menschen aus Politik oder dem Sport können eine solche besondere, meist kritiklose Verehrung erfahren. Das vom griechischen: „… eidolon…“ stammende Wort bedeutet weiterhin Bild, Gestalt, Trugbild, Götzenbild“ (Die scheinbar grell und übermenschlich erscheinenden Idole sind für uns nicht erreichbar. 

Stars, zum Beispiel aus Film, Sport oder Musik, fungieren daher nicht zwangsläufig als Vorbilder für ihre Anhänger.  

Ein Idol werde in der Regel überhöht, stehe als leuchtender Stern über allem. „Ein solcher Personenkult – den wir ja auch von Heiligenbildern oder aus Diktaturen kennen – bedient etwas anderes.“ Schließlich seien die Verehrten unerreichbar. Um Vorbilder handelt es sich dann, wenn sich ein Teenager jeden Tag in Gesang oder Gitarrenspiel übt, um dem Lieblingsmusiker nachzueifern. 

Helden hingegen stehen eher für Werte. Scheidt plädiert für eine schärfere Trennung der Begriffe: „In dem Sinne wächst ein Held in einer Situation über sich selbst hinaus. Er ist bereit, für Überzeugungen und Ideale wie Menschenrechte und Gerechtigkeit unter anderem das eigene Leben, die Freiheit sowie die Gesundheit zu riskieren.“ 

Ein Interessantes Video passend zum Thema haben wir auf der Internetseite von Planet-Wissen für euch gefunden! Das findet Ihr HIER.

Bei Vorbildern gehe es aber um Fähigkeiten – und vielleicht auch noch um Haltungen. „Jemand kann tolle Reden halten. Oder Mitarbeiter begeistern. Empathisch sein und trotzdem bei sich bleiben. Das ist ein Vorbild – aber kein Held.“ Das bedeutet im Umkehrschluss natürlich nicht, dass ein Vorbild nicht auch Werte vertreten kann. 

Es gibt drei wesentliche Punkte, warum Vorbilder eine tolle Sache sind:

Zum einen können sie Ideengeber sein. Wir können uns inspirieren lassen, wenn wir an einem Punkt im Leben oder der Karriere sind, an dem wir nicht so recht weiterwissen: „Bin ich im richtigen Job?“,

„Wie kann der nächste Karriereschritt aussehen?“.

Zweitens können sie uns zeigen, dass etwas möglich ist. Denn manchmal können wir uns nicht vorstellen, wie etwas geht. Zum Beispiel, dass man ein besonders großes Projekt alleine stemmen kennen. Wenn man dann sieht, jemand hat das mal geschafft, dann wissen wir: Das geht. Das kann ich auch schaffen. Denn oft geben wir auf, weil wir uns nicht vorstellen können, dass etwas möglich ist.

Der dritte Punkt ist, dass Vorbilder auch Mutmacher sind. Wenn man zum Beispiel mal einen Hänger hat, kann man sich eine Biografie von jemandem, den man bewundert, anschauen. Die Erkenntnis, dass auch ein Vorbild vielleicht mal eine Prüfung nicht geschafft hat, oder dass auch jemand mit zwei Kindern noch einen Neuanfang machen kann, das macht einfach Mut. 

Gibt es nur gute Vorbilder? 

Meine Vorbilder waren alle immer harmlos und die meisten sogar gut für mich und die Entwicklung meiner Persönlichkeit. Allerdings kann das auch anders sein. In der heutigen Zeit von Germany’s Next Topmodel, Instagram, TicTok und Co. können Vorbilder leider auch erheblichen Schaden anrichten.  

Wie?

Wir alle bekommen den ganzen Tag nur vorgesetzt, wie perfekt andere Menschen aussehen, wie schlank sie sind, was für ein tolles Leben sie haben und wie erfolgreich sie sind. Diejenigen, die einschätzen können, dass einem das Leben die Möglichkeiten und den Erfolg nicht jeden Tag mit Puderzucker bestreut kredenzt, wissen auch, dass bei den Menschen, die in der Öffentlichkeit stehen, nicht alles nur #goals =persönliche Ziele sind, sondern vieles einfach nur Inszenierung. Diese Menschen wissen auch, dass nur weil ein Mensch eine Person öffentlichen Lebens ist, also eine Person mit einem bestimmten Bekanntheitsgrad, sie nicht schon das Optimum in allen Lebenssituationen erreicht hat oder automatisch erreichen wird. 

Gerade für jüngere Menschen, die oft noch auf der Suche nach sich selbst sind, kann die Glitzer-#goals-Mentalität sehr gefährlich sein. Wichtig ist es, sich von seinem Vorbild abzugrenzen und immer vor Augen zu haben, dass man selbst nie so werden kann, wie jemand anderes. Jeder Mensch ist ein Individuum – und das ist auch gut so. Sich jemanden zum Vorbild zu nehmen, ist gut und spornt zu neuen Leistungen an, inspiriert oder macht Hoffnung. Den Wunsch zu hegen, genauso sein zu wollen wie jemand anderer, ist gefährlich und macht meist nur unglücklich oder sogar krank. Oft genug sieht man in den Medien Menschen, die sich mehrere Male unters Messer legen, nur um ihrem Idol so ähnlich wie möglich zu sehen. 

Hier ist es ganz wichtig, dass man sich selbst gegenüber dem Vorbild auch abgrenzt. Wenn man zum Beispiel sagt: „Ich möchte genauso erfolgreich sein und so leben wie Steve Jobs“, dann muss man sehr genau überlegen, ob das auf einen selber auch wirklich passt. Man sollte niemals das Leben von jemand anderem Eins zu Eins kopieren. Es gibt nun mal niemanden doppelt- Gott sei Dank 😉. Sicher sind einzelne Bestandteile eines Lebens oder einer Karriere gut, um sich daran zu orientieren. Aber man muss auch genau sagen „Ich möchte aber nicht 100 Stunden die Woche arbeiten“, oder „Ich möchte eine Familie haben und kein Einzelgänger werden“. Gefährlich wird es, wenn man die eigene Identität verliert, verliert, weil man sich zum Beispiel einer Schönheitsoperation unterzieht, um so auszusehen wie sein Idol.Ganz wichtig ist hier eben auch Realismus. Vorbilder inspirieren und zeigen Möglichkeiten – das heißt aber trotzdem nicht, dass wir auch genau das gleiche schaffen.

Ein Beispiel: Nicht jeder von uns wird in den Weltraum fliegen.  

Man muss sich klarmachen, dass es bestimmte Grenzen gibt. Vielleicht sind wir auch nicht bereit, den gleichen Einsatz zu zeigen. Man kann auch als 50-Jähriger noch ein toller Pianist werden, wenn man bereit ist, jeden Tag zu üben. Aber oft sind wir das eben nicht! 

Alles hat seinen Preis 

Wenn man dann scheitert, ist die Enttäuschung groß… Oft sagen wir uns dann „Ich bin zu doof dafür“ – aber das stimmt nicht. Man muss erkennen, dass alles seinen Preis hat. Und man muss sich ernsthaft die Frage stellen: „Ist das wirklich das Leben, das ich leben möchte? Passt das, was ich mir vornehme, zu meinem Leben, meinem Lebensumfeld meiner Familie. Das Scheitern liegt daran, dass es die falschen Ziele sind. 

Ein weiterer wichtiger Aspekt ist, sich klarzumachen: Was ist der Preis für das Leben der Persönlichkeit, an der ich mich orientiere. Oft sehen wir nur die Vorteile, etwa von Berühmtheiten. Wir sehen das viele Geld, alle reißen sich um einen, man ist begehrt. Aber: Dann gibt es Paparazzi, ständig sind Fotos von mir im Bikini in der Zeitung, meine Kinder werden ständig angesprochen und regelrecht ausgequetscht… ich habe kaum einen privaten Moment. Man muss sich fragen, ob man diesen Preis zu zahlen bereit ist. 

Auch Vorbilder sind Menschen, das dürfen wir nicht vergessen und mit dem Menschsein geht das Fehlermachen einher, deshalb dürfen wir nicht enttäuscht sein, wenn unser Vorbild auch mal Entscheidungen trifft, die wir als falsch ansehen, dann liegt es an uns es besser zu machen! 

Vorbild sein heißt Verantwortung übernehmen. Wo keine Verantwortung vorhanden ist, kann jeder die Schuld an Missständen auf den anderen schieben.

Deshalb wird immer die Frage sein:  

  • Wer fühlt sich wofür verantwortlich? 
  • Besteht Klarheit, besteht Konsens?
  • Wer kontrolliert die übernommene Verantwortung?

Aus Verantwortung leitet sich Verpflichtung ab nach dem Motto: “a commitment is a promise.” Alles hat letztlich mit Vorbild zu tun. Da wo man selbst kein Vorbild ist, wird man letztlich auch von anderen nicht ernst genommen. Zu oft ist es so, dass Menschen Beobachter oder gar Schiedsrichter sind, aber sich daraus keine Verantwortung, keine Verpflichtung und kein Vorbild ableitet. Sie sind Beobachter, die alles besser wissen, die Schuld auf andere schieben, sich vielleicht unter dem Mantel ethisch-moralischer Verantwortung die Hände waschen. Wofür habe ich selbst Verantwortung übernommen und werde ich dieser Verantwortung gerecht? Bin ich ein Vorbild? 


Diesen Film wollen wir Euch nicht vorenthalten, auch wenn er leider nur auf English verfügbar ist. Kinder wurden gefragt welche großen Probleme hat die Welt: 

Der Film zeigt eindrücklich, mit welcher Ernsthaftigkeit und Klugheit fünf- bis elfjährige Kinder über die großen Themen der Welt diskutieren – vom Zusammenbruch der Umwelt über Rassismus und Gewalt bis zur Ungleichheit von Frauen. „Hört den Kindern doch mal zu“, sagt ein Junge an einer Stelle. „Es gibt keinen Unterschied zwischen einem Kind und einem Erwachsenen – außer der Größe.“ Am Ende des Videos grübeln die Kinder über die Definition des Begriffs „Vorbild“ nach. Ein Kind hat seine Erklärung bereits gefunden: „Ich denke, ein Vorbild ist jemand, der man sein möchte, jemand, an dem man etwas Wahres findet, jemand, mit dessen Meinung man übereinstimmt“, sagt es. 

Vielleicht sollten wir uns öfter mal ein Vorbild in den Kindern suchen?! 

Damit sind wir wieder am Ende unseres heutigen Blogeintrages. Wie immer hoffen wir, dass es euch gefallen hat! Lasst uns gerne einen Kommentar da oder schreibt uns eine Mail an team@staerken.net !

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Wir wünschen Euch einen schönen Tag

Katharina, Dominique, Jackie und Mary 😊