Die Nachbarskinder, die mich als Tante adoptiert haben, haben mich auf diesen Blogbeitrag gebracht.  

„Wie alt bist du eigentlich?“ war die Frage und ich habe ganz ehrlich geantwortet… „Darauf kam dann, wie viele Finger braucht man denn dafür? „Die Finger von vier Menschen“- „Boah schon soooo alt bist du“  

Na, vielen Dank auch, wo ich noch nicht mal vierzig bin. Aber ich bin nun einmal über 20 bzw. 30 Jahre älter als die Kids. Das ist in deren Augen eben alt😉 

Ist das nicht merkwürdig? irgendwie beschäftigt man sich immer mit dem Alter: 

Wenn man drei, neun, elf… ist, sehnt man sich danach, erwachsen zu werden. Wenn man dann erwachsen ist, dann ist man vollkommen überfordert und möchte doch gerne noch mal Kind sein und andere die Probleme lösen lassen und mit Mitte 20, graut es den meisten davor, 30 zu werden. 

Hand aufs Herz, wem ging es noch nie so? 

Reife

Mir ist oft gesagt worden, dass ich viel reifer wirke als andere in meinem Alter.  

Emotionale Reife und Stabilität haben mit dem biologischen Alter wenig zu tun. Vielmehr stecken dahinter eine solide Persönlichkeitsentwicklung, ein geerdeter Charakter, emotionale Intelligenz, ein starkes Selbstbewusstsein, Selbstreflexion und eine gewisse Lebenserfahrung. Oft geht emotionale Reihe einher mit einschneidenden Erlebnissen/Schicksalsschlägen, aber auch der soziale und gesellschaftliche Bezugsrahmen spielt sicher eine Rolle. Ich war schon immer von Menschen die ein höheres Lebensalter hatten als ich umgeben, sicher hat Reife auch etwas mit Lebensalter zu tun aber es gibt viele Menschen, die auch im Alter nicht reif und weise werden, ebenso wie es viele gibt, die schon recht früh reif und weise sind. Aus dem bloßen Lebensalter eines Menschen kann man daher im Einzelfall keineswegs die Reife ableiten. 

Ist aber auch echt schwer das Lebensalter einer Person zu schätzen, oder? 

Ich bin auch richtig schlecht darin, zu schätzen wie alt jemand ist; damit bin ich nicht allein, denn laut Studien fällt es Menschen generell schwer anhand eines Gesichts das Lebensalter fremder Personen richtig einzuschätzen. Das hängt mit verschiedenen Faktoren zusammen:  

Es sind also nicht nur die Falten im Gesicht, oder die grauen Haare die bestimmen, wie alt man geschätzt wird. Auch das Alter desjenigen, der schätzt, spielt eine wichtige Rolle. Und wir machen Menschen zudem gerne „mittelalt„: So fanden die Psychologen heraus, dass generell das Alter von jüngeren Gesichtern als älter und von älteren als jünger eingeschätzt wurde. 

Mehr Infos zur Studie hier!

Aber ab welchem Alter ist man eigentlich alt? 

Es ist immer das Gleiche: Alt werden wollen alle, aber alt sein will keiner. 

Mit dem Altwerden verbindet man meist negative Aspekte. Doch was ist Altern überhaupt? Und ab wann ist man eigentlich alt?  

Altern ist ein individueller Prozess. Jeder Mensch altert anders, wobei neben seinem Erbgut und Geschlecht auch äußere Einflüsse der Lebensführung das Altern beeinflussen. Die meisten Menschen erreichen ein Maximum ihrer geistigen und körperlichen Leistungsfähigkeit individuell unterschiedlich zwischen dem 15. und 30. Lebensjahr. Nach diesem Maximum lassen diese Fähigkeiten allmählich nach. Allerdings ist gerade im Bereich der geistigen Funktionen ein Wissens- oder gar Weisheitszuwachs bis in das hochbetagte Alter möglich. 

Wann und warum wir altern 

Es gibt eine Vielzahl unterschiedlicher Theorien über den Alterungsprozess. Die Zusammenhänge sind kompliziert, es lassen sich keine einfachen Antworten auf die Frage „Warum wir altern“ geben. Grundsätzlich wird zwischen inneren Ursachen der Alterung (primäres Altern) und äußeren Ursachen (sekundäres Altern) unterschieden. 

Je nachdem welches Lebewesen man betrachtet, schreitet das Altern sehr unterschiedlich schnell fort. Es gibt Lebewesen, die nur wenige Tage leben, wie z. B. die Eintagsfliegen,

und solche die mehrere hundert Jahre alt werden, wie z. B. der Grönlandhai oder die Riesenschildkröten, die auf den Galapagos Inseln oder den Inseln des Aldabra-Atolls leben. 

Bis heute ist nicht genau geklärt, warum Organismen altern. Es gibt zahlreiche Theorien dazu, aber keine ist alleine in der Lage den Alterungsprozess vollständig zu erklären. 

Weil wir versuchen den Blog für Alle zu schreiben versuche ich das so einfach und so allgemein wie möglich zu halten: Wenn wir lernen, dann verbraucht unser Körper Energie, wie eine Batterie bzw. ein Akku. Jedes Mal wenn wir etwas lernen, verbrauchen wir etwas von der Energie, Zellen teilen sich wieder und wieder und wieder und auch dadurch verliert der Körper Energie. Irgendwann ist die Batterie leer. 

Viele Forscher sind überzeugt, dass eine genetische Komponente mitbestimmt, warum gewisse Individuen schneller oder langsamer altern als andere. Die Gene im Erbgut aller Lebewesen bestimmen, welche Merkmale ein Individuum hat, wie z.B. die Augen- oder Haarfarbe.  

Da das Rätsel um das Altern noch nicht vollständig gelöst ist, gibt es noch keine Ansätze, mit denen der Alterungsprozess gestoppt werden kann.  

Habt ihr gewusst, dass das menschliche Altern als Wissenschaft studiert wird? Man nennt diese Wissenschaft „Gerontologie“. Beschränkt man sich auf die Erforschung der Ursachen des biologischen Alterns, wird diese Wissenschaft als „Biogerontologie“ bezeichnet. 

Wann ist man denn ein Senior? 

Senior bedeutet eigentlich nur „der Ältere“, so, wie der Begriff „Junior“ den „Jüngeren“ benennt. 

„Ü50“ oder „50plus“ klingt flotter. Bei der Weltgesundheitsorganisation landet in der Rubrik der Alten, wer das 65. Lebensjahr vollendet hat. Allerdings macht die WHO Unterschiede: 65- bis 75-Jährige sind „junge Alte“; mit 75 bis 80 Jahren ist man schlicht „alt“. Von 80 bis 90 gehört man zu den „alten Alten“, und wer da drüber ist, zählt zu den „ältesten Alten“.  

Die Ärzte sprechen von „Alterspatienten“, wenn die 70 Jahre erreicht sind. Befragungen haben gezeigt, dass das Altsein „gefühlt“ mit 70 beginnt. Ja, das ist der Spruch mit den Gefühlen: „Ich bin so alt, wie ich mich fühle.“ Der Schuss kann aber auch nach hinten losgehen. „Ich fühl‘ mich schon sooo alt„, jammerte eine Freundin, die sich gerade mal Ü30 nennen darf.  

Alter hat also auch viel mit dem gegenwärtigen Befinden zu tun. 

Das Durchschnittsalter der Deutschen liegt laut Destatis bei Jungen bei 78,6 Jahren bei Mädchen bei 83,4 Jahren.

Nachzulesen ist das hier.

Der weltweite Durchschnittswert liegt übrigens erheblich niedriger und ist für Männer bei 70,6 Jahren und für Frauen bei 75,0 Jahren verortet. Innerhalb der Europäischen Union sind es 78,5 bzw. 83,8 Jahre. 

Ist das Alter denn wirklich wichtig? 

Menschen in meinem Alter, haben schon mehrere Bücher geschrieben, sind Millionäre oder zumindest Mutter, Vater, haben Großes vollbracht oder sind zumindest dabei gewesen… 

Kurz: Es gibt viele Gleichaltrige, die Dinge machen oder gemacht haben, von denen ich als jüngerer Mensch gedacht habe: Wenn ich mal groß bin, dann mache ich das und das… 

Und es gibt Gleichaltrige, die Dinge geschafft haben, die ich auch möchte, von denen ich aber nicht weiß, wann und wie und ob ich dahin kommen werde.  

Aber ist das wirklich so wichtig? Ist es nicht viel wichtiger, dass ich zufrieden bin?!Es ist einfach wichtig wie du den Frame setzt: Ist das Leben ein Wettkampf, bei dem es darum geht, im Vergleich zu deiner Peer-Group möglichst viel Geld, beruflichen Erfolg, ausgefallene Reisen oder Kinder zu haben? Oder ist das Leben ein Geschenk, bei dem es darum geht zu versuchen, an jedem Abend glücklich und zufrieden einzuschlafen, weil die Dinge, die man am Tag gemacht hat, Freude bereitet haben und sinnstiftend waren und wir einfach darauf hoffen, dass wir am anderen Tag gesund und munter wieder aufstehen? 

Ich bekomme immer mal wieder zu hören „Du benimmst dich nicht deinem Alter entsprechend“ Aber was genau soll das denn heißen? Die Zahl die in meinem Ausweis steht, ist die wirklich entscheidend? Übers Erwachsensein und was das für uns bedeutet machen wir uns demnächst in einem extra Blogbeitrag Gedanken. 

Damit sind wir wieder am Ende unseres heutigen Blogeintrages. Wie immer hoffen wir, dass es euch gefallen hat! Lasst uns gerne einen Kommentar da oder schreibt uns eine Mail an team@staerken.net ! Oder schaut vorbei auf:

     

Wir wünschen Euch einen schönen Tag

Katharina, Dominique, Jackie und Mary 😊