Hey, schon wieder Blogzeit, 

heute mit etwas besonderem, wir starten unsere erste BLOGBEITRAGSREIHE – UMDENKEN!

 

Diese Zeit mit ihren aktuellen Vorkommnissen regt uns echt zum Nach- und Umdenken an. Wie geht es Euch in dieser Beziehung? Lasst ihr alles so weiterlaufen? Macht Ihr euch Gedanken, ob ihr Dinge anders, öfter oder wie auch immer verwenden könnt? 

Unter anderem aus diesem Grund wollen wir uns nach und nach mit den verschiedenen Bereichen der Nachhaltigkeit befassen. Nachhaltigkeit“ hat sich zu einem zentralen Begriff entwickelt, der heutzutage fast inflationär Verwendung findet. Doch was bedeutet Nachhaltigkeit? 

 

Der Duden definiert Nachhaltigkeit ziemlich knapp: „Prinzip, nach dem nicht mehr verbraucht werden darf, als jeweils nachwachsen, sich regenerieren, künftig wieder bereitgestellt werden kann.“ 

 

Diese Definition ist uns zu wenig! 

Wir grenzen ab: Nachhaltigkeit in der Umgangssprache verwendet von der fachsprachlichen Nachhaltigkeit 

 

„Nachhaltig“ als umgangssprachlicher Begriff 

Wer hat nicht schon seine Schüler oder Kinder ermahnt, sie sollen „nachhaltiger“ lernen? Was ist damit gemeint? D.h. so lernen, dass das Gelernte „lang anhält“, also möglichst lange im Gedächtnis bleibt. 

Wie oft hört man im Radio oder Fernsehen, dass ein Politiker oder der Chef eines Unternehmens von einem „nachhaltigen Erfolg von irgendwas“ spricht und damit meint, dass er über längere Zeit Erfolg hatte. 

Gemeint ist also meist eine „dauerhafte“, „lang anhaltende“ Wirkung von Maßnahmen oder Bemühungen. 

 

„Nachhaltig“ als Fachbegriff  

  • Kurze Transportwege brauchen weniger Treibstoff, sind daher nachhaltiger als lange
  • Freilandgemüse benötigt weniger Energie als Treibhausgemüse, ist daher  nachhaltiger.
  • Fahrradfahren erzeugt kein CO2, ist daher bzgl. der Belastung der Atmosphäre  nachhaltig
  • Altpapiernutzung schont die Wälder, ist daher nachhaltig.

„Nachhaltig“ als Fachbegriff meint zwar irgendwie auch eine „dauerhafte“ oder „lang anhaltende“ Wirkung von Maßnahmen, jedoch nicht in einem allgemeinen Sinne, sondern bezogen auf eine „zukunftsbeständige“ Nutzung der Ressourcen dieser Erde und eine „tragfähige“ Erhaltung ihrer Lebensmöglichkeiten! 

 

 

Die drei Dimensionen der Nachhaltigkeit 

Die ökologische Dimension meint einen schonenden Umgang mit den Rohstoff­ und Energieressourcen, ein Beachten der Grenzen für die Aufnahmefähigkeit unserer Erde für Abfälle und Emissionen und der Grenzen für irreversible Eingriffe in den Naturhaushalt.  

Die ökonomische Dimension weist auf die Notwendigkeit einer dauerhaft wettbewerbsfähigen Wertschöpfung in Produktion, Handel, Dienstleistung hin.  

Die soziale Dimension fordert eine gerechte Verteilung der Ressourcen, soziale Gerechtigkeit, humane Arbeitsplätze, Bildung und Qualifikation für die nachfolgende und Versorgung für die aus dem Arbeitsleben ausscheidende Generation. 

Mit der ständigen Berücksichtigung aller drei Dimensionen beim Handeln wird die Vision einer Gesellschaft verfolgt, die  

  • TECHNISCH effizient arbeitet,
  • ÖKOLOGISCH verträglich wirtschaftet,
  • SOZIAL gerecht lebt

Zugegeben die Definition von Nachhaltigkeit ist damit noch nicht abgeschlossen, aber für diesen Beitrag reicht es erstmal 😉 

Ist nämlich gar nicht einfach, weil man darüber unserer Meinung nach auch viel zu wenig weiß. Aus diesem Grund beschäftigen wir uns nun in unserer ganzen Blogbeitragsreihe damit.

Wir beginnen unsere Reihe UMDENKEN mit dem Bereich in dem wir uns am besten auskennen:

 

 

dem Essen

Wie wir mit unserem Essen umgehen, wirkt sich ganz konkret auf unser Klima  und damit auf die Erde aus: Für die Produktion und Verarbeitung, für die Lagerung und für den Transport von Lebensmitteln benötigt es wertvolle Ressourcen wie Wasser, Ackerboden und Energie. Dabei werden Treibhausgase wie CO2 freigesetzt – völlig umsonst, wenn die Lebensmittel dann weggeworfen werden. Laut FAO (Die Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (Food and Agriculture Organization of the United Nations, FAO) wurde am 16. Oktober 1945 in Quebec (Kanada) gegründet.) gehen etwa ein Drittel der produzierten Lebensmittel weltweit verloren oder landen in der Tonne. Die dadurch global verursachten Treibhausgasemissionen (THG) pro Jahr werden auf 4,4 Gigatonnen beziffert. Wenn Lebensmittelabfälle ein Land wären, wären sie damit der drittgrößte Verursacher von THG weltweit. 

Keine Angst ihr müsst jetzt nicht wochenlang über Nachhaltigkeit lesen, aber nach und nach werden wir jede Dimension mit einem Blogbeitrag bedenken, weil uns das wichtig ist, aber wir werden wie gewohnt eine bunte Mischung von Themen anbieten. Wenn ihr Wunschthemen habt- immer her damit! 😉 

Ganz konkret beschäftigen wir uns heute mit dem Tafelgedanken. 

TafelgedankeNoch nie gehört, dann wird es aber Zeit!  

 

 

 

Der Tafelgedanke

„Einem Menschen geben was er braucht, ein Stück Brot, ein Lächeln, ein offenes Ohr – JETZT – nicht irgendwann.“  

Nach diesem Leitspruch engagieren sich Tafeln überall in Deutschland. 

Das Ziel der Tafeln ist es, dass alle qualitativ einwandfreien Nahrungsmittel, die im Wirtschaftsprozess nicht mehr verwendet werden können, an Bedürftige verteilt werden. Mehr als 60.000 Aktive engagieren sich in über 950 Tafeln in ganz Deutschland. 

 

 

Wie alles begann

Die erste deutsche Tafel wurde von der Initiativgruppe Berliner Frauen e.V. 1993 in Berlin gegründet. Nach einem erschütternden Vortrag der damaligen Sozialsenatorin Ingrid Stahmer wollten die engagierten Berlinerinnen vor allem die Situation der Obdachlosen der Stadt verbessern. Ein Mitglied der Gruppe, frisch aus den USA zurückgekehrt, stellte die entscheidende Frage: Warum nicht das Konzept der New Yorker City Harvest auf Deutschland übertragen? Der Gedanke, Lebensmittel einzusammeln, die nach den Gesetzen der Marktlogik „überschüssig“ sind, und diese an bedürftige Menschen und soziale Einrichtungen weiterzugeben, schien einfach und sinnvoll. Nachdem Obdachloseneinrichtungen großen Bedarf an einer solchen Initiative bestätigten und die Berliner Lebensmittelproduzenten und Einzelhändler Unterstützung signalisierten, begann mit einer Pressekonferenz am 22. Februar 1993 die Geschichte der Berliner Tafel – und damit der Tafelgedanke in Deutschland. 

Durch das große Interesse der Medien verbreitete sich die Idee im ganzen Land. Im Oktober 1994 gründeten sich die Münchner und die Neumünsteraner Tafel. Den großen Durchbruch schaffte die Tafel-Bewegung mit der Gründung der Hamburger Tafel im November 1994. Der gigantische Presserummel, der sich hier entwickelte, steigerte die Bekanntheit der Tafeln enorm. Und gab vielen den Ansporn, in der eigenen Stadt ebenfalls eine Tafel zu gründen. 

 

 

Tafel e.V.

Um Erfahrungen besser miteinander austauschen zu können, gründeten die damals existierenden 35 Tafeln am 15. September 1995 den „Dachverband Deutsche Tafelrunde“. Ein Jahr später, bei der Jahrestagung in Jena, wurde der Dachverband in „Bundesverband Deutsche Tafel e.V.“ umbenannt. 

Heutzutage hat der Dachverband seine Geschäftsstelle und seinen Sitz in Berlin. Im Juni 2017 änderte der Dachverband nach dem Beschluss der Mitgliederversammlung für einen einheitlichen Markenauftritt der Tafeln erneut seinen Namen in „Tafel Deutschland e.V. 

 

 

Was macht der Verband? 

Der Verband dient als Servicezentrale für die deutschen Tafeln und vertritt deren Interessen nach innen und außen. Zudem wirbt, koordiniert und betreut er überregionale Spender und Sponsoren, die, neben den zahlreichen Spendern vor Ort, die Tafelarbeit in Deutschland erst möglich machen. Dabei handelt es sich zum Beispiel um Waren aus Lagerbeständen, Überproduktionen, Geschäftsaufgaben oder Sortimentsumstellungen, die sonst vernichtet werden würden. Gemeinsam mit Logistikpartnern sorgt der Dachverband dafür, dass die Lebensmittel gerecht auf die Tafeln im Land verteilt werden. Ziel ist es – neben der gerechten Verteilung – die Transporte kostenlos oder zumindest vergünstig zu ermöglichen. 

Seit 2019 setzt Tafel Deutschland mit dem Projekt „Tafel macht Zukunft“ zudem auf die Entwicklung von digitalen Lösungen. Dadurch sollen Arbeitsprozesse erleichtert sowie die Menge der geretteten Lebensmittel durch die Tafeln erhöht werden.  

In den vergangenen 27 Jahren haben sich die Tafeln zur größten sozialen Bewegung der heutigen Zeit entwickelt, die Lebensmittel rettet und an Bedürftige weitergibt. Ein Vorbild weit über die Grenzen des Landes hinaus: Nach deutschem Vorbild sind z.B. „Feedback“ im südafrikanischen Kapstadt, eine Foodbank im australischen Sidney, die Wiener Tafel in Österreich und die Schweizer Tafeln entstanden. 

Die gesammelten Lebensmittel werden weitergereicht an bedürftige Personen. Direkt durch Lebensmittelausgaben an Bedürftige – oder indirekt, indem Einrichtungen beliefert werden, die fertige Mahlzeiten an bedürftige Menschen ausgegeben. 

 

 

 

Absolut notwendig

Nicht nur weil immer mehr Menschen von Armut bedroht sind 

Wer weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens aller Haushalte in Deutschland hat, gilt hierzulande als armutsgefährdet. 

Laut Statistischem Bundesamt waren 2019 durchschnittlich 15,9 Prozent der Menschen in Deutschland von Armut bedroht. Das sind ungefähr 1,65 Millionen Menschen.

Vielen von diesen Menschen bleiben nur etwas mehr als vier Euro am Tag für die tägliche Verpflegung. Stellt euch einmal vor, ihr müsstet damit auskommen! Frisches Obst und Gemüse, Milch und Fleisch werden dann zu Luxusgütern, die man sich nicht oder nur selten leisten kann. 

Sondern auch weil mehr als die Hälfte unserer Lebensmittel im Müll landen.  

Wir leben in einer Konsum-, Überfluss- und Wegwerfgesellschaft. Lebensmittel sind für viele von uns immer und überall verfügbar. Bis zu 20 Millionen Tonnen Lebensmittel werden jedes Jahr allein in Deutschland weggeworfen. Das entspricht etwa 500 000 Lkw-Ladungen. 

Foto: Patrick Pleul/dpa

Stellt Euch mal vor, ihr müsstet damit auskommen! Frisches Obst und Gemüse, Milch und Fleisch werden dann zu Luxusgütern, die man sich selten leisten kann. 

 Uns graut es schon jetzt vor den Zahlen für 2020, COVID-19 wird diese Rate entscheidend verändert haben. Kurzarbeit, Entlassungen, Betriebsschließungen… das trägt alles mit dazu bei, dass die Zahl der Bedürftigen steigt. Vorsichtige Schätzungen sprechen von einer Verdopplung.  

Jetzt könntet ihr argumentieren, die Tafeln nehmen aber nichts von Privatleuten, das trifft nur bedingt zu.  

Aus Gründen der Lebensmittelsicherheit dürfen die keine privat verarbeiteten Lebensmittel annehmen.  Aber verpackte und ordnungsgemäß deklarierte Ware (Inhaltsstoffe, MHD) oder aber Obst und Gemüse, Brot und Backwaren dürfen die Tafeln weitergeben. Außerdem, werden nicht nur Lebensmittel benötigt. Nein, wir reden nicht von eurem Geld, auch wenn es da ebenfalls die Möglichkeit gibt zu spenden, wir meinen eure Zeit. 

Einige von uns engagieren sich konkret bei ihren lokalen Tafeln, wir quatschen also nicht nur, sondern machen auch 😇

 

 

Macht mit! 

Da gibt es vielfältige Möglichkeiten die Tafeln zu unterstützen: 

Die Tafeln leben vom Engagement von Ehrenamtlichen. Ab 16 Jahren ist man als Helfer willkommen. 

Erkundigt euch bei den örtlichen Tafeln. Durch COVID-19 sind viele Helfer weggebrochen, da sie den sogenannten Risikogruppen angehören. 

Einige Einzelhändler unterstützen die Tafeln mit ganz unterschiedlichen Aktionen, Gesamtbetrag aufrunden, Tüten kaufen, Pfand-Bons spenden… 

174 Tafeln in Nordrhein-Westfalen unterstützen rund 350.000 Menschen mit Lebensmitteln. Fast 13.000 ehrenamtliche Mitarbeiter sind bei den nordrhein-westfälischen Tafeln aktiv. 

 

 

 

Das Karl-Schiller-Berufskolleg in Dortmund, sozusagen unser Basislager, kooperiert mit dem Dortmunder Tafel e.V. und macht jedes Jahr eine Aktion für sie. 

In Dortmund gibt es ca. 14.000 Tafelkunden. Im Tafel- Express, der kleinen Tafelzeitung lesen wir in der Septemberausgabe, dass „2,8 Millionen, entsprechend 21,3 Prozent aller jungen Menschen in Deutschland, jeder fünfte, […] von Bedürftigkeit und relativer Armut betroffen [ist], …  

Hier geht’s zum Tafel-Express ➡ https://dortmundertafel.de/files/bilder/inhalt/Tafel-Express/TE59.pdf 

 

Dieses Jahr sammeln wir vom 02.11.2020 bis 30.11.2020 Konserven die wir dann am 01.12 an den Dortmunder Tafel e.V. übergeben werden. Diese gibt es ganz selten, hat uns Herr Geißler, unser Kontaktmann dort, verraten. Am liebsten werden die natürlich genommen, wenn sie Obst oder Gemüse enthalten.  

Denn das ist Luxusgut, besonders in Zeiten von COVID-19! 

Helft uns, helfen!  🤝

 

Bis zum nächsten Beitrag:

Jackie, Dominique, Katharina und Mary😊