Erster Mittwoch im Februar, schon wieder ein Monat vorbei von 2021. Verrückt oder?

Kurt Tucholsky soll einmal gesagt haben: „Reisen ist die Sehnsucht nach dem Leben“ 

Fernweh: Wir sprechen von Fernweh und meinen eine tiefempfundene Sehnsucht nach einem bestimmten Ort, aber ist es unbedingt genau der Ort an den wir uns hin wünschen oder vielmehr ein besonderes Gefühl. 

Im Duden wird es definiert als „Sehnsucht nach der Ferne, nach fernen Ländern“ 

Obwohl Fernweh in unserer Natur liegt, denn schon früher wollten die Menschen ferne Länder erkunden, die ihnen nur vom Hörensagen bekannt waren. Gibt es das Wort erst seit 1835, nämlich bei Fürst Pückler (nachdem auch das Pückler-Eis = diese Erdbeer-, Vanille-, Schokozusammenstellung benannt ist). Goethe beschreibt es noch als „umgekehrtes Heimwehgefühl“.

Warum reisen wir? 

Wie bei so vielen Dingen gibt es darauf nicht nur eine Antwort, vielmehr gibt es viele verschiedene Antworten.  

Es liegt zuerst einmal einfach in unserer Natur neugierig zu sein, Abenteuer erleben zu wollen und nach dem Gefühl von Freiheit zu streben. William McDougall, ein bekannter Psychologe, der u.a. in in der Harvard und Duke University gelehrt hat, definierte Neugier als Instinkt, bestehend aus einer Antriebskomponente, einer Affektkomponente und einer Verhaltenskomponente. Er bezeichnete Neugier als den wichtigsten Kern der Motivation. Sie sei die Grundlage für die besonderen wissenschaftlichen und kulturellen Leistungen der Menschen. Feststellbar ist, dass Neugier bei Kleinkindern schon vor dem Auftreten der Sprache zu beobachten ist. 

Aber es soll hier ja um eine ganz bestimmte Form der Neugier gehen nämlich das Fernweh. Dafür müssen wir uns auf jeden Fall die Frage stellen: warum reisen wir? 

Reisen bildet. Reisen sorgt für Gesprächsstoff und für neue Erfahrungen, die in der vertrauten Umgebung zu Hause niemals möglich wären. Tatsächlich gibt es eine Vielzahl von Gründen, warum uns das Fernweh häufig packt und die Ferienzeit in den meisten Fällen zur Reisezeit wird. 

Wir wollen vor allem eins: Raus aus dem Alltag. Keine Zwänge mehr, endlich frei sein und wieder durchatmen können. Egal, ob der Urlaub im eigenen Land, in Europa oder in Übersee stattfinden soll: Oft ist es die Sehnsucht nach neuen Landschaften, die uns in die Ferne zieht. In der Heimat ist alles vertraut. Irgendwann werden wir blind für das, was wir jeden Tag um uns herum sehen. Selbst die Schönheit der Umgebung wird zur Gewohnheit. Darum zieht es Menschen aus den Bergen ans Meer und Küstenbewohner in die Berge. Großstadtbewohner freuen sich über ein paar beschauliche, ruhige Tage auf dem Land. Das „Landei“ genießt den Städtetrip in die Großstadt. 

Nach der Rückkehr aus den Ferien sehen wir das eigene Zuhause mit anderen Augen. Weg zu sein, hilft dabei, vermeintliche Selbstverständlichkeiten wieder wertzuschätzen. 

Zu Hause ist meistens ein Tag wie der andere: aufstehen, arbeiten, einkaufen, fernsehen, Zeit mit der Familie verbringen, schlafen Irgendwann kommt der Gedanke hoch, dass das doch nicht alles sein kann. 

Reisen ist eine Möglichkeit, an die eigenen Grenzen zu gehen – und diese zu erweitern. 

Im Alltag ist unsere Wahrnehmung häufig eingeschränkt. Wir funktionieren einfach. Viele Dinge erledigen wir quasi automatisch. Autopilot ein, los geht’s. Der Tag der meisten Menschen wird von Routinen bestimmt. 

Beim Reisen ist das anders. Wir verlassen die Eintönigkeit des Alltags und bewegen uns außerhalb unserer Komfortzone. Alles ist neu, aufregend, eben einfach anders. Dadurch sind unsere Sinne geschärft. Wir saugen die noch unvertrauten Eindrücke in uns auf: Gerüche, Geräusche, der Geschmack… Fernab der Heimat sind wir plötzlich wieder vollständig. 

Eine andere Umgebung als die heimische tut uns gut – glauben wir zumindest. Allerdings ist das nicht die ganze Wahrheit, wie die Psychologie des Reisens schon mehrfach aufzeigen konnte. In jedem Fall haben Reisen und Urlaube eine starke Wirkung auf uns, auch wenn diese oft nicht von langer Dauer ist. 

Optimaler Urlaub 

Ja, ihr lest richtig! Wir schreiben jetzt nicht darüber, wie urlaubsreif wir sind und wie optimal es für uns wäre Urlaub zu haben, sondern haben ein paar Fakten recherchiert. Es gibt sogar Studien dazu wie lange der optimale Urlaub sein solle: Damit haben sich Forscher der Universität von Tampere (Finnland) eingehend beschäftigt.

Das Ergebnis: Den Höhepunkt der Erholung erlebten die Studienteilnehmer am achten Urlaubstag. So lange dauert es, um den alltäglichen Stress hinter sich zu lassen und sich an die neue Umgebung zu gewöhnen. Demnach sollte ein Urlaub mindestes acht bis zehn Tage dauern, um maximal davon zu profitieren. 14 Tage wären vermutlich noch besser, denn kurz vor Ende der Ferien kreisen die Gedanken bereits um die Heimreise. Das löst neuen Stress aus. 

Allerdings hält der Erholungs-Effekt nicht lange an. Schon eine Woche nach den Ferien sind die Auswirkungen häufig schon wieder verflogen. Bestenfalls profitieren Arbeitnehmer drei bis vier Wochen davon. Urlaubsforscher empfehlen darum, lieber mehrmals für wenige Tage im Jahr auf Reisen zu gehen als einmal einen langen Urlaub zu machen. Nach vier Wochen Ferien ist das Gefühl von Erholung und Entspannung nicht größer als nach einer Woche. 

Auch im Inneren hinterlässt die Reise Spuren, selbst wenn diese nicht so leicht mit anderen Menschen zu teilen sind.  

Wer den Schritt in die Fremde gewagt hat, ist offener gegenüber neuen Erfahrungen und generell emotional stabiler. Einen wesentlichen Anteil an der Persönlichkeitsentwicklung tragen die Menschen, denen wir unterwegs begegnen. Das lässt neue Freundschaften entstehen und erweitert das eigene soziale Netzwerk. 

Dadurch kann das Reisen zu einer Reise zu uns selbst werden, denn was wir unterwegs erleben, prägt uns. Wir meistern Herausforderungen und tun Dinge, die wir zu Hause niemals tun würden. Unterwegs finden wir diesen Mut. Genau das erweitert unseren Horizont und lässt uns wachsen. 

14- Tage dauert auch die minimale Quarantänefrist für COVID-19- Patienten und deren Kontaktpersonen 1. Grades. Vielleicht tut es dem ein oder anderen mal gut einfach nichts tun zu müssen, nicht einkaufen, zur Arbeit… Nutzt die Zeit für Euch, denn wie ihr die verbringt, schreibt Euch ja keiner vor, Hauptsache ihr bleibt zu Hause. 

Zu Pandemiezeiten ist das Reisen, so wie wir es normalerweise zu tun pflegen, größtenteils untersagt, aber niemand verbietet uns unser Lieblingsland nach Hause zu holen: 

Wie das??

Kocht Rezepte wie in…  – heißt es doch nicht umsonst im Volksmund: “Liebe geht durch den Magen“ 😉 

Baut Euch Wohlfühloasen! 

Kurbelt eure Kreativität an! 

Schwelgt in Erinnerungen und bastelt eine Fotokiste oder ein Fotobuch! 

Außerdem ist es wichtig, herauszukommen. Viele der Dinge, die ihr gerne auf Reisen tut, kann man sicher auch in eurer Umgebung machen.  

Bildergalerie kaja, Fotografieren, klettern, natur 

Auf geht´s raus mit euch, Kajak fahren, Klettern, Laufen, Fotografieren, Raus in die Natur mit Kind, Kegel, mit Hund, Katz und Maus, mit viel Bewegung oder entspannt, tut das wofür ihr sonst im Alltag normalerweise keine oder nicht genug Zeit habt, lest ein Buch, guckt eine DVD, malt,… eurer Phantasie sind keine Grenzen gesetzt 

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Denn jeder von uns hat es in der Hand! 

Passend zum Thema

Wir haben ein passendes Gedicht gefunden und dürfen es mit freundlicher Genehmigung der Autorin mit Euch teilen: 

Frau Bräunling hat die Gabe wunderschöne Geschichten und Gedichte zu schreiben, nicht nur für Kinder. Vielen herzlichen Dank! 

Traumreise um die Welt 

Ein Feriengedicht für Träumer 

Eine Reise um die Welt
hab ich mir dieses Jahr bestellt
und habe mein Indianerzelt
in Omas Garten aufgestellt. 

Am Abend geht die Reise los
ins Land der Kalamücken.
Dort geht es sirrend, stechend zu.
Mir juckt’s und brennt’s am Rücken. 

Wir reisen weiter in der Nacht
ins Land der Schattenträume.
Es raschelt, knistert, knackt und kracht
im Blattdschungel der Bäume. 

Am Morgen landen wir ganz früh
im Land der Tautropfwiesen.
Wir gehn voll Vorsicht auf die Pirsch
mit nackten, nassen Füßen. 

Zum Frühstück kommen wir sodann
im Land der süßen Früchte an,
wo wir uns klammheimlich verstecken
im Dornenreich der Himbeerhecken. 

Weit war die Reise. Müd und matt
erreichen wir, so wie bestellt,
das Reich von Omas Küchenwelt
und essen uns dort erst mal satt. 

Wir haben viel erlebt heut Nacht.
Spaß hat die Reise uns gemacht.
Und wem ein Abenteuer so auf diese Art gefällt,
der findet überall zum Reisen seine Welt. 

© Elke Bräunling 

Damit sind wir wieder am Ende unseres heutigen Blogeintrages. Wie immer hoffen wir das es euch gefallen hat! Lasst uns gerne einen Kommentar da oder schreibt uns eine Mail an team@staerken.net !

Wir wünschen Euch einen schönen Tag

Jackie, Mary, Katharina und Dominique 😊