Hey, es ist der 21. März und somit der 80. Tag des gregorianischen Kalenders, damit bleiben noch 285 Tage bis zum Jahresende. Gleichzeitig wird am heutigen Sonntag auch seit 2006 der Welt-Down-Syndrom-Tag begangen. Genau an diesem Datum, weil bei Menschen mit Down- Syndrom das 21. Chromosom 3x vorhanden ist. Menschen mit Down- Syndrom haben meistens 47 Chromosomen, Menschen ohne Down- Syndrom haben meistens 46 Chromosomen. 
Aber obwohl dieser Tag wirklich wichtig ist, bloggen wir heute über ein anderes mindestens genauso wichtiges Thema, denn gleichzeitig ist heute der

Internationale Tag gegen Rassismus

Dieser wird jährlich am 21. März begangen und wurde bereits 1966 von den Vereinten Nationen ausgerufen. 

 

Internationaler Tag gegen Rassismus 

Das vorgeschlagene Motto für dieses Jahr heißt: „Solidarität. Grenzenlos.“. Über das Thema Solidarität bloggen wir am 14.04. 

Diskriminierung aufgrund unterschiedlicher Hautfarbe oder Herkunft ist ein wichtiges Thema und ein weltweites Problem. Problematisch sind außerdem die Verfolgung und Benachteiligung von Menschen durch kulturelle Unterschiede oder verschiedene Glaubensrichtungen. 

Es gibt nicht nur diesen einen Tag, sondern seit 2008 werden zwei Wochen im Jahr zu den Internationalen Wochen gegen Rassismus erklärt. Die diesjährigen Internationalen Wochen gegen Rassismus finden seit dem 15. März bis einschließlich zum 28. März statt. In den Social-Media-Kanälen findet man das unter dem Hashtag #IWgR oder #IWgR21 #InternationaleWochengegenRassismus und #Solidarität.Grenzenlos  

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Die offizielle Bezeichnung des Tages lautet „Internationaler Tag zur Beseitigung der Rassendiskriminierung“, er wird jährlich im Rahmen der Internationalen Woche gegen Rassismus ausgerichtet. Durch zahlreiche Veranstaltungen versuchen verschiedene Organisationen und Einrichtungen die Bevölkerung für das Thema zu sensibilisieren. Koordiniert wird die Aktion in Deutschland durch den Interkulturellen Rat. Dieser stellt auch Materialien zur Verfügung, um diesen Tag in Kindergärten und Schulen entsprechend zu begehen.
 

Warum der 21. März?

Das Datum geht auf das „Massaker von Sharpeville“ im Jahr 1960 zurück. Während einer Demonstration gegen die Apartheidgesetze in der südafrikanischen Stadt an der um die 200.000 Menschen teilnahmen, eskalierte die Situation. Trotz der gewaltfreien und friedlichen Protestaktion schossen Polizisten in die Menge es starben 69 Menschen, mindestens 180 weitere wurden zum Teil schwer verletzt. Sechs Jahre später riefen die Vereinten Nationen den 21. März zum Gedenktag aus. An diesem Tag soll seitdem nicht nur der Opfer von damals gedacht werden, sondern auch Aktionen gegen Rassendiskriminierung gefördert und gegen Rassismus mobilisiert werden.  

Die Bedeutung des Internationalen Tages gegen Rassismus geht über die rein physische Gewalt der Rassendiskriminierung hinaus: Auch der subtile und schleichende Rassismus im Alltag stellt ein erhebliches Problem dar. Zum Beispiel durch Vorurteile gegenüber Andersgläubigen oder Personen mit anderer Nationalität, entsteht ein sozialer Kontrast, der die Bevölkerung stets weiter auseinanderbringt. Aus diesem Grund sollen an diesem Tag starke Impulse gesetzt werden, die sich im besten Fall auch auf alle verbliebenen 285Tage des Jahres auswirken. 

So, nun wissen wir warum es diesen Tag bzw. diese Woche gibt, aber weiß jeder genau was mit Rassismus gemeint ist? 

Falls ihr es wisst könnt ihr den nächsten Absatz einfach überspringen, wenn nicht dann hier die Erklärung: 

Rassismus, was ist das eigentlich?

Dr. Christian Stecker vom Mannheimer Zentrum für Europäische Sozialforschung definiert Rassismus so: „Rassismus kann man letztlich als eine Ideologie fassen, die annimmt, dass es höherwertige und minderwertige Rassen gibt und man kann diese Idee, dass einige Gruppen weniger wert sind als andere, auch auf andere Eigenschaften erweitern, wie beispielsweise auf die Ethnie oder auf die Nationalität.“ 

Rassisten glauben, dass Menschen aufgrund einer anderen Hautfarbe oder Herkunft weniger wert sind als sie selber oder sogar eine Gefahr darstellen. Im Namen dieses Irrglaubens sind in der Vergangenheit schlimme Verbrechen gegen die Menschlichkeit verübt worden, wie die Judenverfolgung im Dritten Reich in Deutschland oder das Apartheid-Regime in Südafrika. Wissenschaftler haben längst herausgefunden, dass die genetischen Unterschiede zwischen Menschen mit verschiedenen Hautfarben wesentlich geringer sind, als man früher geglaubt hat. Die Unterschiede zwischen den Eigenschaften von zwei Menschen mit scheinbar gleicher Hautfarbe sind oft viel größer, als die Unterschiede zwischen Menschen mit sehr verschiedenen. 

Die UN wandte sich 1965 im „Internationalen Übereinkommen zur Beseitigung jeder Form von Rassendiskriminierung“ gegen: 

„jede auf der Rasse, der Hautfarbe, der Abstammung, dem nationalen Ursprung oder dem Volkstum beruhende Unterscheidung, Ausschließung, Beschränkung oder Bevorzugung, die zum Ziel oder zur Folge hat, dass dadurch ein gleichberechtigtes Anerkennen, Genießen oder Ausüben von Menschenrechten und Grundfreiheiten im politischen, wirtschaftlichen, sozialen, kulturellen oder jedem sonstigen Bereich des öffentlichen Lebens vereitelt oder beeinträchtigt wird“. 

Hier liegt der Fokus auf den Folgen von Rassismus für Betroffene: Dass sie nämlich keinen gleichberechtigen Zugang zu ihren Menschenrechten haben. Zudem wird ihnen die Teilhabe am öffentlichen Leben und der Zugang zu Ressourcen erschwert. 

Dass der Begriff „Rasse“ in offiziellen Texten, Gesetzen oder Verfassungen verwendet wird, wie die UN es in dieser Definition macht, steht aktuell stark in der Kritik. 

Wissenschaftlich gesehen, gelten die Theorien über verschiedene menschliche Rassen übrigens schon lange als unhaltbar. Kritiker nannten sie schon Anfang des zwanzigsten Jahrhunderts „Mythos“ und „Aberglauben“ und prägten den Begriff „Rassismus“, um auf Distanz zu gehen. Heutzutage geht es viel stärker um kulturellen Rassismus – das heißt, Menschen werden aufgrund ihrer Kultur, ihrer Herkunft oder auch ihrer religiösen Überzeugung diskriminiert. Es gibt also nicht den einen Rassismus, sondern verschieden ausgeprägte Rassismen.  

Für den Mannheimer Sozialwissenschaftler Christian Stecker ist der gemeinsame Nenner: „Die Herabstufung anderer Menschen auf Grund ihrer Gruppenzugehörigkeit.“ 

Rassismus heute

Nach dem Tod von George Floyd bei einem Polizeieinsatz im Mai letzten Jahres und den Demonstrationen „Black Lives Matter“ in den USA sind Rassismus und Diskriminierung auch in Deutschland wieder verstärkt Thema. 

Auch hierzulande sind der rechtsextrem motivierte Mord an Walter Lübcke im Juni 2019, der rassistisch motivierte Anschlag in Hanau im Februar 2020 und das antisemitische Attentat von Halle im Oktober 2020 lediglich die Spitze des Eisbergs: Über 15 000 rassistische Straftaten wurden 2019 und 2020 registriert. 

Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier hat die deutsche Gesellschaft aufgefordert, aktiv gegen Rassismus einzutreten und auch das eigene Verhalten kritisch zu überprüfen. 

„Es reicht nicht aus, „kein Rassist“ zu sein. Wir müssen Antirassisten sein!“, sagte er bei einer Diskussionsrunde im Schloss Bellevue. „Rassismus erfordert Gegenposition, Gegenrede, Handeln, Kritik und – vielleicht am schwierigsten – Selbstkritik, Selbstüberprüfung. Antirassismus muss gelernt, geübt, vor allem aber gelebt werden.“ 

Beim ersten Jahrestag in Hanau sagte er:

So wie der Mord an Regierungspräsident Walter Lübcke kein Zufall war, und auch nicht das Attentat auf die Synagoge in Halle, so waren auch die Morde in Hanau kein Zufall. Die Taten waren von gesteuertem Hass initiiert und die Täter davon ermutigt. Hass, Rassismus, Hetze gegen Muslime und Juden, Überlegenheitsphantasien: All das richtet sich sehr genau gegen sehr bestimmte Menschen. Menschen, die unter uns leben, die zu uns gehören, zu unserer Stadt und unserer Nachbarschaft, die mit uns dieselben Schulen besuchen, in denselben Läden einkaufen, derselben Arbeit nachgehen. So viel gemeinsamer Alltag, der zeigt, dass wir zusammengehören – trotz unserer Unterschiede!

Ganz aktuell nämlich am 05.03 hat die Bundesregierung sich auf einen Ersatz für den Begriff „Rasse“ im Grundgesetz geeinigt. Stattdessen soll in Artikel 3 ein Verbot von Diskriminierung „aus rassistischen Gründen“ stehen. Das bestätigten Sprecher von Bundesjustiz- und Bundesinnenministerium.  

In Artikel 3 des Grundgesetzes steht derzeit: „Niemand darf wegen seines Geschlechtes, seiner Abstammung, seiner Rasse, seiner Sprache, seiner Heimat und Herkunft, seines Glaubens, seiner religiösen oder politischen Anschauungen benachteiligt oder bevorzugt werden. Niemand darf wegen seiner Behinderung benachteiligt werden.“ Aber eure Grundgesetze müsst ihr noch nicht wegschmeißen: Denn für eine Verfassungsänderung sind Zweidrittelmehrheiten in Bundestag und Bundesrat nötig. Die Regierungsfraktionen CDU/CSU und SPD benötigen also in jedem Fall Zustimmung auch aus der Opposition. 

Kurz zum Hintergrund des Artikels im GG: Das Diskriminierungsverbot entstand vor dem Hintergrund des Nationalsozialismus und sollte gerade rassistische Diskriminierung verhindern. Kritiker bemängeln aber, dass die Verfassung mit der bisherigen Formulierung auch weiterhin die Vorstellung transportiert, dass es tatsächlich menschliche Rassen gibt. 

Noch ein Appel von Frank Walter Steinmeier:

„Ich weiß: Unsere Mitbürgerinnen und Mitbürger, die bei Sinn und Verstand sind und die ein Herz haben, wollen ein friedliches Zusammenleben. Sie wollen nicht unterscheiden zwischen „Wir“ und „Die“. Sie möchten ein „Wir“ – und ganz viele setzen sich überall in unserem Land dafür ein, dass Hass und Gewalt, dass Missachtung und Respektlosigkeit unter uns keinen Platz finden. Sie setzen sich dafür ein, dass wir alle ohne Angst verschieden sein können, dass wir alle, ohne Angst voreinander, miteinander leben können.“

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Heute ist ein wichtiger Tag, der trotz der aktuellen Pandemie nicht in Vergessenheit geraten sollte. Wobei eigentlich sollte kein Tag vergehen, an dem wir nicht mit all unseren Möglichkeiten gegen Rassismus kämpfen. 

Damit sind wir wieder am Ende unseres heutigen Blogeintrages. Wie immer hoffen wir das es euch gefallen hat! Lasst uns gerne einen Kommentar da oder schreibt uns eine Mail an team@staerken.net ! Oder schaut vorbei auf:

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Wir wünschen Euch einen schönen Tag

Jackie, Mary, Katharina und Dominique 😊