Kommunikation I – Wie wir miteinander reden in der Pandemie 

Hallo liebe Blogleser*innen! Eine neue Woche mit neuen Themen wartet auf uns. Und wir haben uns eine besondere Blogbeitragsreihe überlegt:  

KOMMUNIKATION – MEHR IST NICHT NÖTIG… ODER DOCH? 

Es gibt viele Wege zu kommunizieren. Gerade jetzt in der Pandemie-Zeit bekommt man ständig neue Tricks und Tipps „wie man besser durchhalten kann“. Der Tipp Trick an der Stelle lautet, in solchen oder ähnlichen Artikeln, dann meistens: Bleiben Sie in Kontakt und kommunizieren Sie! Tauschen Sie sich aus! Auf einmal ist Kommunikation in aller Munde und ist ein Hilfsmittel, um in der Distanz durchzuhalten und mit den neuen Regeln im täglichen Leben besser umgehen zu können.  

Aber ist das so? So, einfach – Ich rede ein bisschen und schon geht es mir besser? So einfach ist Kommunikation gar nicht. Wer kennt die Situation du sitzt an einem Ort, an dem du eigentlich nicht sein möchtest und ringst förmlich nach Worten, weil du gezwungen bist dich, aus welchem Grund auch immer mit deinem Gegenüber auseinanderzusetzen.   

Was heißt „Kommunikation“ eigentlich?  

Per Definition kann dieser Begriff erklärt werden mit der „Verständigung durch die Verwendung von Zeichen und Sprache“. 

Man kann nicht nicht kommunizieren, denn jede Kommunikation (nicht nur mit Worten) ist Verhalten und genauso wie man sich nicht nicht verhalten kann, kann man nicht nicht kommunizieren. – Paul Watzlawick 

Was fangen wir damit an? Kommunikation verläuft heute hauptsächlich digital und in Distanz. Distanz-Unterricht, das Abendessen mit Freunden*Freundinnen über Skype oder die Video-Konferenz mit der Chefin*dem Chef. Für die netten Nachrichten. Zwischendrin gibt es WhatsApp, Telegram und Signal. Für alle anderen Neuigkeiten wird ein neues Foto in den sozialen Medien gepostet. Und worüber reden wir? Reden wir überhaupt oder konsumieren wir nur Nachrichten?  

Ach ja: Nach dem Trick mit dem „Bleiben Sie in Kontakt und tauschen Sie sich aus“ folgt meistens kurze Zeit später der folgende Tipp „Schränken Sie Ihre Bildschirm-Zeit ein und bleiben Sie öfter mal offline“. – Wer ist spätestens jetzt auch verwirrt?! Geht uns auch so. Deshalb haben wir uns damit beschäftigt, wie man sich in diesem Wust an „Tipps & Tricks im Homeoffice“ zurechtfinden kann und wie man für sich daraus etwas Hilfreiches herausfiltern kann.  

Das fängt vielleicht damit an, dass wir die Art unserer Kontakte priorisieren und wir überlegen:  

Wann habe ich mich das letzte Mal Jemandem anvertraut?  

Und dabei vielleicht auch mal etwas laut gesagt, was so selbstverständlich scheint? 

All die Katastrophen und die Flut an Medien scheinen all das, was uns ganz persönlich betrifft, irgendwie wegzuspülen. Man weiß, jeder hat so seine Sorgen und man will keinem zur Last fallen. Und man hat vielleicht sogar das Gefühl seine liebsten Menschen beschützen zu wollen und nicht noch mehr Sorgen aufzubürden. Und letztendlich- „Wir können uns ja glücklich schätzen, denn immerhin sind wir gesund, haben unseren Job und Anderen geht es ohnehin ja viel schlechter, oder?“  

Wem kommen solche oder ähnliche Äußerungen bekannt vor? Wer hat nicht selbst schon mal gedacht – „Ach sooo wichtig ist das jetzt auch wieder nicht…“.  

Auch solche Äußerungen beinhalten Signale der Kommunikation, die wir im Alltag so gar nicht wahrnehmen. Können wir auch gar nicht, weil wir alle so mit uns selbst und den Katastrophen, die uns umgeben, beschäftigt sind, dass alles darüber hinaus einfach zu viel ist. Wir können die ganzen Informationen gar nicht mehr filtern, uns fehlt schlicht die Kapazität dazu.  

Hinzu kommen die veränderten Wege der Kommunikation, auf denen viele Details verloren gehen. Hier ein Emoticon, obwohl uns gar nicht danach ist. Oder: „Ach Mensch, ganz übersehen, dass du angerufen hast. Melde mich morgen!“- Obwohl man vielleicht mit dem Handy auf dem Sofa sitzt und Stories ohne Ton auf Instagram guckt, während im TV eine Serie läuft. All das sind wohl Situationen, die Jede*Jeder von uns kennt. Oder das genaue Gegenteil ist der Fall: Gerade im Homeoffice steigen die Schwierigkeiten „abzuschalten“ und mal nicht verfügbar zu sein. Immerhin hat man zuhause eh nichts zu tun, oder? Vielleicht besteht auch die Angst, bei all dem Verzicht auf soziale Kontakte, etwas zu verpassen und dass man beim nächsten Anruf doch ans Telefon geht. Anstelle zu sagen: Stopp. Ich kann heute nicht mehr. 

Wir kommunizieren also immer. Auch wenn wir nichts sagen.  

Oder sagen wir dann viel mehr, als wenn wir etwas laut äußern? Die Sache mit der Kommunikation hat nämlich auch etwas damit zu tun, dass wir zuhören. Oder vielmehr hinhören. Wir hören hin und nehmen die Sorgen unseres Gegenübers wahr und schenken ihm Wertschätzung. Wir hören aktiv hin und nehmen auch die kleinen Signale wahr, wenn uns Jemand etwas anvertraut. Wir schenken dem Gesagten unsere ganze Aufmerksamkeit.  

Gibt es denn auch den Fall, dass wir zu viel reden? 

Es gibt sie. Die Situationen in denen wir uns unsicher oder unwohl fühlen. Und dann plappern wir. Wir reden nur von bzw. über uns. Und wir hören nicht hin.  

Seid ihr jetzt verunsichert? Erst reden wir davon, dass wir aufeinander zugehen sollten. Und jetzt doch wieder schweigen? Das liegt daran, dass es verschiedene Arten der Kommunikation gibt und deshalb ist das alles gar nicht so einfach. Es geht über den „Small Talk“ hinaus. Es ist mehr als der Plausch mit dem Nachbarn über dem Gartenzaun.  

„Zu viel reden“ meint diese Situationen, in denen ihr euch nicht gehört fühlt. Wusstet ihr, dass die Aufmerksamkeit eures Gegenübers unbewusst nach 20 Sekunden nachlässt? Und nach gerade mal 40 Sekunden schaltet er*sie komplett ab. Dazu kommt die Motivation eures Monologs. Jeder hat mal diese Phasen, in der er*sie das Bedürfnis hat, über sich sprechen, weil ihm*ihr etwas auf der Seele brennt. 

Aber ihr kennt bestimmt diese eine Person im Freundeskreis oder in der Familie, die gerne über sich redet – also immer. Ohne Ausnahme. Das kann dafür sorgen, dass die Zuhörenden sich als nicht wertgeschätzt oder wahrgenommen fühlen. Was übrigens auch der Fall sein kann, wenn ihr jedes Mal, wenn euch jemand ein Problem anvertraut, antwortet mit „Oh ja, dass kenn ich! Ich habe das so und so gelöst.“  

Auf jeden Fall hat Kommunikation eine ganze Menge mit Erwartungen, Gefühlen und Bedürfnissen zu tun. Das merkt man spätestens dann, wenn in einer vertrauten Beziehung Dinge geäußert werden, die man für selbstverständlich gehalten hat. Und wenn man dann merkt, wie gut das tut. Wenn man dann merkt, wie überrascht man ist. Oftmals kann es viel schwieriger sein, offen mit einer vertrauten Person zu reden, als mit einem Bekannten*einer Bekannten.  

Eben weil diese Beziehung zu dieser Person besteht. Man teilt Erfahrungen und Erinnerungen miteinander, welche die Kommunikation beeinflussen können. Wir verstehen einander, wenn wir merken, dass unser Gegenüber auf diese gewisse Weise die Nase rümpft und wir wissen, wir wechseln lieber das Thema. Wir wissen, wenn wir auf diese spezielle Art räuspern, dann versteht unser Gegenüber, dass uns etwas an dem Gespräch unangenehm ist. All das sind die kleinen, aber sehr wichtigen Signale, welche die Kommunikation ausmachen können. Also zurück zur Frage: Wann habt ihr euch einer Person das letzte Mal anvertraut? Wann habt ihr einander gesagt, was ihr euch für eure Beziehung zueinander wünscht und was ihr aneinander schätzt?  

Die Frage ist nicht ganz einfach zu beantworten und der Aufruf, welcher hinter der Frage steht, ist noch schwieriger zu befolgen bzw. zu erfüllen. Auch hier wieder – Kommunikation auf mehreren Ebenen. Wenn wir einander Fragen stellen, verstecken sich dahinter oft Bedürfnisse und Erwartungen. An dieser Stelle: Der Wunsch, dass ihr euch darüber Gedanken macht, wie ihr kommuniziert. Und wenn ihr den Wunsch habt etwas zu ändern, wie ihr das erreichen könnt.  

Was können wir noch tun, um aufeinander aktiv zuzugehen? 

Das und noch mehr, erfahrt ihr in unserer Reihe „Kommunikation- Mehr ist nicht nötig…oder doch?“ Verratet uns in den Kommentaren, wie das mit der Kommunikation bei euch so läuft und welche Tipps ihr habt! 

Damit sind wir wieder am Ende unseres heutigen Blogeintrages. Wie immer hoffen wir das es euch gefallen hat! Lasst uns gerne einen Kommentar da oder schreibt uns eine Mail an team@staerken.net !

Wir wünschen Euch einen schönen Tag

Jackie, Mary, Katharina und Dominique 😊