Hey, Mittwoch, der perfekte Tag um übers Perfekt sein“ zu schreiben😉 

 

Perfekt sein, die Wohnung soll perfekt sein, das Leben soll perfekt sein, alles soll immer perfekt sein, jeder will perfekt sein 

Wer kennt das nicht? Wenn man auf der Arbeit, in der Schule oder in der Uni eine Aufgabe bekommt, wie beispielsweise einen Vortrag zu halten, dann möchten viele von uns 100 Prozent geben. Denn wir möchten gut sein in dem was wir tun und Anerkennung von unseren Mitmenschen bekommen.  Viele von uns möchten alles perfekt erledigen, denn nur dadurch können sie selbst mit ihrer Arbeit zufrieden sein und ihren Seelenfrieden erhalten.  

Mancher steht stundenlang vor dem Spiegel, vor allem wenn er sich nicht gut fühlt und das Innere nicht nach außen sichtbar sein soll. Dann besonders machen sich viele Menschen stundenlang zurecht und zeigen sich bewusst von ihrer besten Seite. Niemand möchte schwach und zerbrechlich nach außen hinwirken, alles soll perfekt sein. Wir möchten lieber stark wirken und perfekt sein. 

„Das Bessere ist der Feind des Guten“, wusste schon Voltaire. An sich ist nichts verkehrt daran, sich anzustrengen und die eigenen Möglichkeiten optimal zu nutzen. Nur: 

Man muss das richtige Maß finden. Was in kleinen Dosen ein Ansporn sein kann, besser zu werden, ist auf Dauer Gift für die Psyche. 

Perfektionistisches Verhalten findet sich in allen Lebenslagen, vom Job bis zum Familienalltag.

Kennt ihr das? Egal was du machst, es fühlt sich an als wäre es nicht gut genug?

Wir nehmen uns Vorbilder, suchen uns Idole, setzen uns Ziele und haben eine Vielzahl an Träumen, die es zu erfüllen gilt. Und dies ist bei Weitem nicht nur gut, sondern auch notwendig. Wir alle brauchen kurzfristige und langfristige Projekte, deren Erfüllung uns stolz auf uns selbst macht und durch die wir neue Qualitäten und Fähigkeiten erlangen. 

 

Perfektionismus schon in der Kindheit

Schon Kinder möchten alles perfekt machen, perfekt sein, aber warum? 

Im Perfektionismus sehen wir die Lösung Anerkennung zu bekommen bzw. Ablehnung zu vermeiden. Wir hoffen durch Perfektionismus unangreifbar zu sein.Das heißt, das Kind denkt sich, wenn ich erstmal perfekt bin, dann werde ich nicht mehr kritisiert oder bestraft und werde nur noch gelobt. Diese Traumvorstellung, die als Gedanke in der Kindheit beginnt, begleitet viele von uns bis ins Erwachsenenalter und hat bis heute für sehr viele Erwachsene fatale Folgen. 

 

 

Perfektionismus hat Auswirkungen auf unsere Gefühle.  

Wir haben ständig Angst vor Fehlern, Angst zu versagen, Angst Schwäche zu zeigen und Angst vor Ablehnung. Wir sind deprimiert, wenn wir nicht das Optimum oder unsere Ziele erreichen. Wir sind unzufrieden mit dem was wir erreicht haben und ärgern uns maßlos über Fehler. 

 

 

Auch auf unser Verhalten hat Perfektionismus Auswirkungen.

Perfektionisten fällt es schwer eine Arbeit zu beenden, weil sie aus ihrer Sicht noch nicht perfekt sein könnte. Sie trauen sich nicht an neuen Aufgaben, weil sie Angst haben etwas falsch zu machen. Sie vermeiden es sich Ziele zu setzen, weil sie sich dadurch Enttäuschungen ersparen können. 

Die Forderung nach Perfektion ist ein Anspruch, den wir nicht erfüllen können. Es kann uns gelingen in einem bestimmten Bereich, zu einem bestimmten Zeitpunkt perfekt zu sein, aber in allen Bereichen und zu jedem Zeitpunkt ist es unmöglich. Das übersteigt unsere menschlichen Fähigkeiten. 

Wenn wir also in allem perfekt sein möchten und unsere Selbstachtung davon abhängig machen, wie perfekt wir etwas erledigen, dann haben wir ein großes Problem. 

Dann setzt man seine Erwartungen zu hoch, und geht damit das Risiko ein, nicht mehr die kleinen, alltäglichen Triumphe genießen zu können, welche nur bescheidene Menschen wertschätzen können: Wie etwa Zuneigung, Freundschaft, Ruhe…. 

Anspruchsvoll zu sein und alle Dinge perfekt machen zu wollen, ist ein zweischneidiges Schwert. Der Anspruch lässt uns viele Fähigkeiten entwickeln, doch gleichzeitig fühlt sich jemand mit einem hohen Selbstanspruch nur selten zufrieden. 

Es gibt keinen Grund, dass das Leben perfekt sein muss, um wunderbar zu sein. Wir wissen, dass das einfach gesagt ist, aber gehörst du zu den Menschen, die das bereits wissen? Oder bist du immer noch damit beschäftigt, diese so ersehnte Perfektion zu erreichen? Mach dir keine Sorgen, wir laden dich dazu ein, ein bisschen darüber nachzudenken. 

Als Synonym für das Perfektionsstreben können wir das Streben nach Vollkommenheit ansehen. Wir können von Pedanterie oder Detailversessenheit, einer Buchhaltermentalität oder Akribie sprechen. Jemand, der kleinlich oder kleinkariert ist, kann von einem ungesunden Perfektionsstreben ebenso erfüllt sein wie jemand, der pingelig, hyper- oder übergenau oder „päpstlicher als der Papst“ ist. Man bezeichnet solche Menschen gerne als „Hundertprozentige“ oder gar als „Zweihundertprozentige“. Andere sprechen von einem Kleingeist, einem Formalisten oder Kleinigkeitskrämer, der gerne auf Kleinigkeiten herumreitet. 

Auf Englisch gibt es mindestens ebenso viele Ersatzbegriffe für solche Pedanten. Da ist die Rede von einem „precisionist“, einem „perfectibilist“ oder einem „strict disciplinarian“. Begriffe wie „Nitpicker“, „Censor“ oder Quibbler“ beschreiben einen Menschen, dessen Perfektionsstreben anderen unangenehm auffällt.  

#erbsenzähler

Wann Perfektionismus gut ist 

Es gibt Perfektionisten, die um ihre Veranlagung wissen. Und denen es gut geht, die in ihrem Leben sehr gut damit zurechtkommen. Wenn diese Menschen sehr organisiert und vorausschauend sind, kann Perfektionismus eine persönliche Stärke sein. In bestimmten Situationen und Berufen gehört Perfektionismus zum Erfolg dazu. Manchmal gibt es keine zweite Chance. 

Perfekte Planung ist auch wichtig, wenn es darum geht, die Betreuung der Kinder zu organisieren, während du auf einer Dienstreise bist. Alles andere wäre fatal. Dazu gehört aber auch, im rechten Moment zu erkennen, wann der Perfektionismus stört. Und dagegen zu steuern. Natürlich ist es oft der richtige Weg, das Beste geben zu wollen. Manchmal aber nicht immer! 

Wir alle machen Fehler, haben Makel und sind wunderbar verschieden. Genau das macht uns auch interessant. 

 

Weshalb solltest du dich also zu etwas zwingen, was sich nicht richtig anfühlt? Nur weil es vielleicht richtig für andere ist, muss es nicht richtig für dich sein. 

 

 

Wann Perfektionismus zum Problem wird

„Perfektionismus wird für Menschen immer dann zum Problem, wenn das Erfüllen ihrer hohen Ansprüche auf Dauer zu anstrengend wird und sie daran leiden“, sagt die Diplom-Psychologin Christine Altstötter-Gleich von der Universität Landau. 

Solche sogenannten dysfunktionalen Perfektionisten sind selten mit ihrer Leistung zufrieden. Sie achten eher auf ihre Schwächen als auf ihre Stärken und haben Angst, Fehler zu machen. „Wenn sie ihren selbstgesteckten Standards mal nicht gerecht werden, können sie damit nicht umgehen.“ 

Schon durchschnittliche Ergebnisse sind für sie eine Katastrophe. Weil sie ihre nahezu unmöglichen Ziele seltener erreichen, haben sie häufiger als andere das Gefühl zu scheitern. 

„Ihr Selbstwertgefühl ist stark an Erfolge und Leistungen gebunden“, erklärt der Psychotherapeut Nils Spitzer vom Deutschen Institut für Rational-Emotive Verhaltenstherapie in Würzburg. „Empfinden diese Menschen ihre Leistung in einem Bereich als schlecht, werten sie ihre gesamte Persönlichkeit enorm ab. Sie fühlen sich dann als totaler Versager in allen Lebenslagen.“ 

Außerdem denken sie, dass bereits kleine Fehler dramatische Folgen haben. „Sie fürchten zum Beispiel, von ihrem Umfeld verachtet zu werden, wenn sie dessen Anforderungen nicht erfüllen“, sagt Spitzer. Dass Fehlerlosigkeit nicht vor Kritik schütze, sei ihnen nicht bewusst. 

Perfektionismus wird nach seiner Entstehung unterschieden. So kann er persönlichkeitsbedingt als Temperament eines Betroffenen vorliegen. Dann resultiert er aus dem angeborenen Verhalten einer von „harm avoidance“ geprägten Persönlichkeit. Perfektionistische Menschen können ihr Verhalten eines ungesunden Perfektionismus auch im Laufe ihres Lebens erworben haben. Dann ist das Leiden des Perfektionisten Teil einer zwanghaften Verhaltensweise. Ob Spitzensportler, erfolgreiche Chirurgen oder virtuose Musiker: Einige von ihnen haben es wohl nur deshalb so weit gebracht, weil sie Perfektionisten sind. 

 

Krankhafter Perfektionismus,

verhindert Ergebnisse (zumindest in vertretbarer Zeit), und er kann auch (andere) krank machen: Das versuchte Bestreben einer Mutter, Vollkommenheit zu erreichen, kann ihr Kind in eine prekäre Zwangslage bringen. Entweder es erfüllt die perfektionistischen Wünsche der Mutter – was faktisch unmöglich ist – oder es scheitert und wird beständig eine Enttäuschung sein. Seine Gedanken werden dauerhaft und lebenslang um die überzogenen Anspruchshaltungen der Mutter kreisen, statt den eigenen Talenten, Fähigkeiten und Wünschen zu folgen. 

Das ungesunde Ringen um Makellosigkeit führt zu einer ständigen Überlastung. Stress, sozialer Rückzug, Ess- und Schlafstörungen sowie Burnout und Depressionen können die Folgen sein. 

Wenn Perfektionisten ihre Ansprüche auch an andere Menschen richten, fühlen sich Freunde, Partner und Verwandte oft nicht mehr ernst genommen. „Der Perfektionist wird dann zu einem unsympathischen Typen, der anderen immer den Genuss verdirbt, weil er überall Fehler findet“, sagt Spitzer. Perfektionisten benötigen im Berufsalltag oft vergleichsweise lange, um Ergebnisse zu erreichen. Sie können häufig schlecht delegieren, da sie vieles selbst erledigen wollen, um den hohen Ansprüchen gerecht zu werden. Das daraus resultierende Gefühl, nie fertig zu werden, belastet die Perfektionisten. Langfristig sind sie durch den entstehenden Stress von Burnout oder Depressionen bedroht. Sogar Essstörungen sind möglich, als Reaktion auf den chronischen Belastungsstress. 

 

Wie entsteht Perfektionismus? Welche Ursachen können dazu führen?

Perfektionismus kann zum Teil genetisch determiniert, also angeboren sein. Verschiedene psychologische Faktoren, wie z. B. Neurotizismus und Gewissenhaftigkeit, die erwiesenermaßen mit Perfektionismus in enger Verbindung stehen, sind zu 50 Prozent durch eine genetische Disposition geprägt. Der Wunsch danach, perfekt zu sein und zu handeln, kann aber auch durch Umwelteinflüsse verstärkt werden. Hier spielen die Erziehung und eine Prägung durch die Peergroup der Gleichaltrigen eine Rolle. Insbesondere ein Elternhaus mit wenig bedingungsloser Akzeptanz und fehlender Wärme begünstigt die Entwicklung von jungen Menschen zu Perfektionisten. Beim Perfektionismus als Teil einer anankastischen Persönlichkeit manifestiert er sich eher als angstvolles Vermeiden, für das sich der Perfektionist entschieden hat.  

 

Was kann man tun?

Um ihrem ausufernden Genauigkeitssinn im Alltag entgegenzuwirken, sollten sich Perfektionisten immer wieder selbst überprüfen. „Sie können für sich klären: Ist mein Engagement in dieser Sache überhaupt sinnvoll oder nur stilvoll? Hilft es mir, besser zu werden? Oder dient es lediglich meinem Drang, mitreden zu können und gut dastehen zu müssen?“, rät Martin Seligmann. Allerdings sind sich krankhafte Perfektionisten häufig unsicher und verlieren sich in Details. Die Folge: Sie schieben Entscheidungen zu lange auf und verpassen Chancen. 

Kleine Experimente können helfen: „Perfektionisten sollten versuchen, sich innerhalb eines vorher festgelegten, kurzen Zeitraums in einer Sache zu entscheiden, die keine allzu große Bedeutung für sie hat“, erläutert Spitzer. „Dadurch stärken sie ihre Intuition und lernen, mit einer begrenzten Zahl von Argumenten Antworten zu finden.“ Entscheidend sei die Erfahrung, dass die Folgen eigenen Handelns auch positiv überraschen können. 

Perfekt ist das Leben nie, aber es gibt Menschen, die es ganz besonders machen. Danke liebe Freunde! 

 

Jeder von euch ist auf seine Art und Weise etwas ganz Besonderes, mit allem was euch ausmacht😊

 

Wir wünschen Euch eine besonders schöne Restwoche! 

 

Bis zum nächsten Beitrag:

Jackie und Mary😊