Tadaa, da ist er endlich der dritte Teil unserer UMDENKEN Reihe. 

Hat zugegebenermaßen ein bisschen gedauert, aber da es sich um eine Blogleser-Wunschreihe handelt, geben wir uns noch mehr Mühe als sonst😉

Zuvor haben wir uns schon mit dem Thema Essen (Der Tafel-Gedanke) und Low Waste beschäftigt.

‚Tauschen statt kaufen‘ bzw. ‚gebraucht statt neu‘, sind die beiden Themen mit denen wir uns heute beschäftigen werden 🤗

 

Dieser Gedanke ist keinesfalls neu, eigentlich ist es ein alter Handelsgedanke- das Tauschgeschäft. 

Nur die Beweggründe sind heute andere: 

Weg vom Konsumrausch – das ist für Tauschfans die Motivation. Das Konsumkarussell dreht sich immer schneller. Smartphones oder Fernseher etwa gelten nach einem Jahr schon fast als technisch veraltet, alle drei bis vier Monate bringen Hersteller ein neues Notebook auf den Markt. In der Modebranche geht es besonders rasant: Neben den Hauptkollektionen gibt es zahlreiche Zwischen- und Sonderkollektionen. Im Durchschnitt kauft jeder Deutsche 5 Kleidungsstücke im Monat, das sind sechzig im Jahr. Das Tempo nimmt stetig zu. Überall locken Angebote, tatsächliche oder vermeintlich niedrige Preise verführen zum Kaufen. Dinge miteinander zu teilen und dadurch besser zu nutzen, ist ein „In“-Style, der gleich mehrfach Sinn macht. Denn je länger wir ein Produkt verwenden, desto positiver ist seine Ökobilanz: Mit jedem Einsatz relativieren sich die für die Herstellung von Waren aufgewendeten Rohstoffe sowie die Energie. Auch der Müllberg wächst langsamer, weil wir nicht so viele neue Waren produzieren müssen.
Laut einer Studie lagern in jedem Haushalt in Deutschland ungenutzte Dinge im Wert von 1.000 Euro 

Hand aufs Herz, Jungs und Mädels, wie viele ungetragene Klamotten hängen oder liegen in euren Schränken, wie viele nie benutzte Haushaltsgeräte oder ‘Deko-Chichi’ habt ihr so zu Hause? 

Möbel, Klamotten, altes Spielzeug, Bücher, Tonträger oder Elektrogeräte: Wir horten bisweilen (zu viele) Dinge. Wir könnten sie wegwerfen?! Aber dafür sind sie meist zu schade! Verschenken? Ist leider nur eine Option, wenn wir auch Abnehmer finden. Was früher nur im Familien-Freundes– und Bekanntenkreis möglich warist heute theoretisch weltweit möglich. 

Also ich (Maria) habe vor dem Lockdown Light mal wieder eine ganze Tasche Klamotten in unser Sozialkaufhaus gegeben, da werden gut erhaltene Dinge, Kleidung, Möbel, aber eben auch das ganze Dekozeugs zum kleinen Preis weiterverkauft und das Geld dann an wohltätige Zwecke gespendet. 

Share & Care 

„Ein Auto ist ein Stehzeug“, so Hillmann. Denn im Schnitt stehe ein Pkw in Deutschland rund 23 Stunden am Tag unbenutzt herum. Mit Car-Sharing soll eine nachhaltige Nutzung der Ressource Mobilität erreicht werden. 

Schon mehr als eine Million Autofahrer in Deutschland haben ihrem eigenen fahrbaren Untersatz „Adieu“ gesagt. Sie nutzen lieber eines der über 15.000 Fahrzeuge der Mitglieder des Bundesverbandes CarSharing. Immer dann – und nur dann –, wenn sie wirklich ein Auto brauchen, steigen sie ein. Bis zu hundert Fahrer nutzen so ein und dasselbe Auto und widerlegen damit das alte Klischee vom Statussymbol der Blechkarosse. Carsharing wird immer attraktiver, weil immer mehr Menschen erkennen, dass es prima ohne eigenes Auto geht. 

Das Prinzip ist logisch: Warum etwas kaufen, was ich nur kurze Zeit nutze? Deshalb florieren allerlei Geschäfte, die Smokings und Brautkleider, Baumaschinen und Stretchlimousinen feilbieten. All das gibt es heute auch im Internet. Das macht den Preisvergleich einfacher und, da die Händler die Waren zusenden, den Bezug bequemer. Kaum etwas spricht gegen diese Art des „Just-in-Time-Konsums“. Er befreit vom lästigen Ansammeln nur selten gebrauchter Dinge. Konsum on Demand: Damit nutzen wir die Gegenstände wirklich nur bei echtem Bedarf.  

Untersuchungen des Schweizer Gottlieb Duttweiler Instituts haben ergeben: Es gibt bei dem Thema Sharing eine ausgeprägte Differenz der Generationen. Während die so genannte Facebook-Generation das Teilen „smart“, den Trend des Weitergebens als „cool“ empfindet, assoziieren Ältere das Teilen lediglich mit Begriffen wie Wohltätigkeit und Bedürftigkeit. 

Gründe? 

Das liegt daran, dass die Baby-Boomer-Generation der Geburtsjahrgänge 1950 bis 1970 stark von der Individualisierung geprägt ist. Sie sind aufgewachsen im ständigen Bemühen um Selbstverwirklichung und Unabhängigkeit. Deshalb ist diese Generation vielfach selbstbezogen. Das eigene Haus, die eigene Waschmaschine und das zweite Auto verkörpern Freiheit und Erfolg. Teilen ist aus ihrer Sicht etwas für Leute, die sich nichts Besseres leisten können. 

„Bereits 14 Prozent der Deutschen teilen aus ganz pragmatischen Gründen, weil sie damit Geld sparen“, bekräftigt Harald Heinrichs, Professor für Nachhaltigkeit und Politik an der Leuphana Universität Lüneburg. „Tendenz steigend.“ 

Was können weitere Gründe sein? 

Die Unterstützung unserer Umwelt kann je nach Standpunkt ein sehr emotionales Thema sein. Auch aus der Perspektive Geld und Ressourcen einzusparen, die man vielleicht gar nicht hat. Also warum tauschen wir – weil wir wollen oder weil wir müssen? Besteht die Notwendigkeit mit den wenigen Ressourcen, die wir haben, tauschen zu müssen, steht dahinter eine ganz andere Motivation und somit auch ein ganz anderer Wert. Oder möchte ich meinem Tauschgegenstand bzw. meiner Ware einen höheren Wert beimessen, indem ich ihn nicht verkaufe oder sogar wegwerfe? Neben all den Gründen, die auf der Hand liegen, ist der emotionale Aspekt dabei nicht zu unterschätzen. 

Tauschen, Teilen, Mieten, Verschenken, «Nutzen statt Besitzen» oder «Collaborative Consumption» – in einigen Bereichen der Gesellschaft breitet sich eine Ökonomie des Teilens aus. Ebenso steht fest: Um den Verbrauch natürlicher Ressourcen (z.B. abiotische und biotische  Rohstoffe,  Wasser,  Fläche)  wesentlich  zu  reduzieren,  reichen  technologische  Innovationen  allein  nicht  aus.   

Vielmehr bedarf es als Ergänzung einer weiteren Strategie: Konsumgüter müssen intelligenter genutzt, länger in der Nutzungsphase gehalten, wieder- und weiterverwendet werden.   

Tauschplattformen  wie  tauschbu.de  oder  i-share-economy.org/atlasi.share-economy.org/glossar/tauschen (für Dinge),  9flats.com/de   (für  Wohnungen)    ermöglichen  es,  schnell  und  unkompliziert  denjenigen  zu  finden,  der  (oder  die)  das  hat,  was  ich  brauche.  Ganz am Ende dieses Beitrags haben wir Euch noch ein paar weitere Adressen angehängt. 

Fakt ist wer verantwortungsvoll konsumieren möchte, sollte sich vor jeder Anschaffung fragen: Muss es wirklich neu sein? Es gibt viele verschiedene Modelle intelligent zu konsumieren.

Wir stellen euch hier mal drei vor: 

Kleidertauschpartys 

Wer keinen Flohmarkt um die Ecke hat oder gleichzeitig seine eigene Kleidung loswerden möchte, sollte das Prinzip der Kleidertauschpartys probieren. Ob unter Freunden, im Internet oder bei einer öffentlich organisierten Veranstaltung wird man hier seine Einzelstücke los und tauscht direkt gegen neue Shirts, Hosen und Co. Eine kurze Suche bei Google verrät einem schnell, wann und wo die nächste Kleidertauschparty in der Heimat stattfindet oder bietet Online-Portale an, auf denen man mit anderen Tauschpartnern ein Event planen kann. 

Öffentlicher Bücherschrank 

Eine besonders charmante Idee, öffentliche Bücherschränke auch Bring- und Nimm-Schränke genannt. Es gibt sie zum Beispiel in Form von umfunktionierten Telefonzellen, in die du ausgelesene Bücher hineinlegen und aus denen du neuen Lesestoff mitnehmen kannst. 

Umsonstläden

In sogenannten Umsonstläden kann jeder, der möchte, Dinge abholen, die andere Bürgerinnen und Bürger zuvor gespendet haben. Kostenlos. 1999 eröffnete der erste Laden dieser Art in Hamburg, heute gibt es sie in vielen größeren Städten, wie etwa in Bochum, München oder Trier. 

Hier ein Link: alles-und-umsonst.de

Hier haben wir mal noch ein paar Seiten auf denen ihr nach Herzenzlust tauschen könnt 🤗💫🔄 :

Bei den vielen Links haben wir auch etwas anderes entdeckt 😄 Das passt nicht so ganz zum Thema aber wollten wir Euch auf gar keinen Fall vorenthalten!

Wusstet ihr das man mit ‚Googlen‘ Bäume pflanzen kann??

Naja ganz so funktioniert das auch nicht, es gibt eine Suchmaschine, wie Google, sie heißt: ecosia.org, durch die Bäume gepflanzt werden 🌳🌲.

Und was kann ich eigentlich noch tauschen? 

 Ich kann Waren tauschen oder Dienstleistungen, soweit so gut. Ich kann aber außerdem Rollen tauschen. – Hä, was heißt das jetzt wieder?!  

Ganz einfach: Um mein Gegenüber und meine Mitmenschen wirklich verstehen und unterstützen zu können, kann ich mal versuchen den Standpunkt eines anderen einzunehmen. Und dazu muss ich nicht mal irgendwelche Ratgeber kaufen 

Indem ich mich mit meiner Umwelt ausTAUSCHE, erhalte ich im Gegenzug die Ansichten und Wertvorstellungen meiner Mitmenschen. Ich kann lernen sie zu verstehen und sie infolgedessen auch wirklich unterstützen.  

Was wäre, wenn euch jemand eine Ware anbietet und stattdessen eine Dienstleistung, in Form von einem Treffen – oder in Zeiten von Corona- einem Telefonat anbietet.  

Was hat dann für euch einen Mehrwert?  

Die Ware, die ihr weggegeben habt oder die Tatsache, dass euch jemand zuhört und für euch da ist?  

Kann man Sachwerte und Waren mit emotionalen Begegnungen aufwiegen? Kann ich das irgendwie wiedergutmachendass mir jemand zuhört und für mich da ist? 

 Schreibt uns mal von eurem schönsten Tauschgeschäft!  😍

Zum Schluss noch eine Frage an Euch: 

Was sind Themen die ihr in dieser Reihe unbedingt noch besprochen sehen wollt? Welche Aspekte von Nachhaltigkeit findet ihr besonders erwähnenswert? 

Damit sind wir für heute am Ende unseres Blogeintrages. Wie immer hoffen wir das es euch gefallen hat! Lasst uns gerne einen Kommentar da oder schreibt uns eine Mail an team@staerken.net !

Wir wünschen Euch einen schönen Tag

Jackie, Mary, Katharina und Dominique 😊